Wahre Schätze auf zwei Rädern

Hainhausen - (pul) Im Frühling juckt es Freunde des zweirädrigen Motorsports in der Gas-Hand. Am Griff drehen, sich in die Kurven legen und den Wind spüren. Jürgen Weil hat sich dieses Gefühl bewahrt. Mit seinen sechs Oldtimern hat er darüber hinaus wahre Perlen in der Garage.

Jürgen Weil strahlt mit seinen zweirädrigen Schätzen um die Wette. Blitzblank poliert sind die ehrwürdigen Flitzer. Schließlich steckt der 68-Jährige sein Herzblut in Form von Restaurationsarbeiten und permanenter Pflege und Wartung in die Maschinen.

Bilder der Motorrad-Oldtimer

Motorrad-Oldtimer als Hobby

Das Schrauben an alten Motoren hat Jürgen Weil im Blut, denn schon sein Vater brachte früher Autos der Marken Wanderer und Adler aus den 20-er Jahren auf Vordermann. Ganz so weit reicht das Herstellungsdatum von Weils Motorrädern nicht zurück, aber seine Wanderer SP1 verließ immerhin 1939 die Montagehalle.

Neben der SP1 funkeln die Chromteile der Torpedo Sport 63, die 1940 Arbeiter in Frankfurt-Rödelheim zusammenschraubten. Die Maschinen sind so selten, dass sie selbst in Katalogen nicht mehr auftauchen, erklärt Jürgen Weil. Und der Stolz auf seine Sammlung ist ihm dabei anzusehen. Die Jahrzehnte alten Motorräder stehen in einem Top-Zustand in seiner Garage, als wären sie gerade frisch in den Verkaufsladen gerollt.

Auf ihre schwarzen NSU-Zweiräder aus den guten alten Zeiten des Wirtschaftswunders werden die beiden Hainhäuser bei ihren häufigen Ausflügen in den Odenwald und den Spessart permanent angesprochen. So auch vor vier Jahren in Dieburg, als die Wiederauflage des legendären Dreieckrennens von 1948 so manchen Freizeit-Rennfahrer erneut zu Lederjacke und Helm greifen ließ. Die Lederkluft streift sich auch Sigrid Weil (67) regelmäßig über. So gibt es bezüglich des zeitraubenden Hobbys des Gatten wenigstens keinen Familienstreit im Hause Weil. Die ehemalige Handballerin der TG Hainhausen fährt bei den Touren einfach mit und genießt es, sich auf der viertaktenden NSU Fox mit deren 98 Kubik den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Daten und Fakten

Johann Baptist Winkelhofer und Richard Adolf Jaenicke bauten bereits seit 1886 Fahrräder unter dem Markennamen Wanderer.

1902 kam die Fertigung von Motorrädern hinzu.

1912 zog das Unternehmen von Chemnitz nach Schönau bei Chemnitz um.

Zwei besondere Motorräder brachte Wanderer 1924 heraus: eine 184 ccm 4-Ventiler und eine 708 ccm 8-Ventiler mit V-Zweizylindermotor.

Die letzte Wanderer-Motorradkonstruktion erschien 1928, 1929 gab Wanderer den Motorradbau auf.

Die Verkaufsorganisation übernahm der Konkurrent NSU.

In den 30er-Jahren stellte Wanderer nur noch Fahrräder mit Hilfsmotor und Motorfahrräder her.

Eingebaut wurden Motoren von Fichtel und Sachs sowie ILO. 1940 endete dann auch dieser Zweig der Zweiradfertigung.

Quelle: op-online.de

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