Wahlrodgauer Peter Keller engagiert sich in Tansania und bittet um Unterstützung

Waisenhaus steht vor der Schließung

Schulkinder vor dem Waisenhaus.
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Die Schulkinder haben ein neues Zuhause gefunden. Sie hoffen, nicht wieder auf der Straße zu landen.

Peter Keller hilft gern: Wer hat, soll geben, lautet seine Devise. Deswegen engagiert er sich für das privat geführte Waisenhaus Watoto in Tansania (wir berichteten). Die Einrichtung lernte der Wahl-Weiskirchener kennen, als er für die gemeinnützige Stiftung seines Arbeitgebers Abbott in Kigoma zu Besuch war. In der Kleinstadt im Nordwesten Tansanias am Tanganjika See hatte er Kontakt zum früheren Tourguide Felix Apolinary Kakoko, der sich der 57 Jungen und Mädchen im Alter von 4 bis 14 Jahren angenommen hatte.

Rodgau – Seit zwei Jahren unterstützt der Rugby-Schiedsrichter nun die Arbeit des Hilfsprojekts Waisenhaus Kigoma/Tanzania e.V. und sammelt Spenden. Nun haben ihn aber Nachrichten von dort erreicht, die den jungen Verein vor eine echte Bewährungsprobe stellen und die Existenz der Einrichtung bedrohen.

Hintergrund ist die Inspektion des Waisenhauses durch eine Regierungskommission, aus der mehrere Beanstandungen resultierten. Hauptkritikpunkte sind die Schlafsituation sowie die sanitären Anlagen: Es gibt keine getrennten Schlafsäle für Jungen und Mädchen. Es fehlen Betten, Matratzen, Kissen, Decken und Moskitonetze. Auch die sanitären Anlagen sind nicht getrennt für Jungen und Mädchen.

Diese Missstände waren freilich auch dem Verein bekannt und sollten in den nächsten Monaten nach und nach angegangen werden. Mittelfristiges Ziel war ein Neubau mit Schlafsälen, sanitären Anlagen sowie Strom und fließend Wasser. Jetzt aber wurde den Helfern das Heft aus der Hand genommen: Die Regierungskommission hat eine Frist bis zum 25. Mai gesetzt, um die Mängel zu beheben. Ansonsten wird das Waisenhaus geschlossen und die Kinder müssen zurück auf die Straße.

Die Einrichtung erhält keinerlei staatliche Unterstützung, sie muss sich komplett selbst finanzieren. Um die Schließung abzuwenden, plante der Verein zunächst den kurzfristigen Bau eines kleinen Schlafhauses und die Anschaffung mobiler Toiletten. Leider aber hat sich inzwischen gezeigt, dass auf dem aktuellen Standort kein Neubau errichtet werden kann. Nach Abwägung aller Fakten soll stattdessen ein neues Grundstück mit einem bereits bestehenden Gebäude gekauft werden.

Weitere Anforderungen sind sanitäre Anlagen, ein Brunnen, fließendes Wasser sowie ein Stromanschluss. Deswegen steht der Verein auch im engen Austausch mit der Sozialbeauftragten für den Distrikt Rutale/Ujiji.

Aktuell rechnen die Helfer für den Grundstückskauf sowie Renovierungen und Anschaffungen mit Gesamtkosten von mindestens 30 000 Euro. Eine Summe, die die Organisation nur mit Unterstützung stemmen kann. Deswegen werden Spenden erbeten: Sparkasse Vest Recklinghausen, IBAN: DE44 426 501 501 000 527 489, BIC: WELADED1REK. (Von Simone Weil)

Infos im Internet

waisenhaus-kigoma-tanzania.de

Aktuell besteht das Waisenhaus aus einem Lehmziegel-Gebäude mit zwei beengten Schlafräumen: einer für zwei Betreuungspersonen und der andere für 25 der Kinder. Auch im Klassenraum wird geschlafen.
Aktuell besteht das Waisenhaus aus einem Lehmziegel-Gebäude mit zwei beengten Schlafräumen: einer für zwei Betreuungspersonen und der andere für 25 der Kinder. Auch im Klassenraum (links) wird geschlafen.

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