Waldarbeit macht keine Frost-Pause

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Die Forstwirte Simon Hoffmann (links) und Christoph Dill schaffen im Rodgauer Wald, dass die Späne fliegen. Die beiden arbeiten eng mit Hessenforst zusammen, stellen mit ihren Kollegen den Waldwirtschaftsplan auf und stimmen sich im Arbeitsalltag in wichtigen Forst-Fragen mit dem Arbeitskreis „Kommunale Baumpflege Rhein-Main“ ab.

Rodgau - Ein leichter Druck auf den Gashebel - und schon frisst sich die Kettensäge von Simon Hoffmann kraftvoll durch den Baumstamm. Das sieht so spielerisch leicht aus, als schneide der Forstwirt mit einem Messer durch Butter. Dabei ist der Baumstamm sogar leicht gefroren.

Für Hoffmann und seinen Kollegen Christoph Dill ist dies Routine. Neu ist allerdings das Arbeitsumfeld der Waldexperten. Sie gehören jetzt zum Fachbereich 2 für Stadtplanung, Umwelt und Grünanlagen. Mit Schaffung dieses Fachbereichs dürften alle Umstrukturierungen im Rathaus geschafft sein, die Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) kurz nach seinem Amtsantritt angekündigt hatte. Denn der bisherige „Grünbereich“ hat sich im Fachdienst 2, Stadtplanung, Umwelt und Grünanlagen eingegliedert. Was ändert sich und was bringt es? Fragen, die Fachdienstleiter Peter Kämmerling während der Magistratspressekonferenz bei Vorstellung des neuen Fachbereichs gerne beantwortete.

Geändert hat sich zunächst einmal die Zusammenführung aller Aufgaben, die mit der Pflege, Gestaltung und Entwicklung der städtischen, etwa acht Hektar umfassenden Grünflächen zu tun haben. Bislang wurden Teilbereiche dieses umfangreichen Aufgabengebiets bei den Stadtwerken, im Fachdienst Facility Management und der Stadtplanung bearbeitet. So wurden beispielsweise die Außenanlagen der Kitas zwar von den Stadtwerken gepflegt, aber im Fachdienst 2 geplant und vom Gebäudemanagement beauftragt. Folglich waren die Ansprechpartner je nach Teilbereich unterschiedlich und es gab zuweilen Reibungsverluste.

Die Hauptarbeiten des neuen Fachbereichs werden sich künftig mit allem befassen, was grünt und blüht. Ein Grünflächenkataster soll den Überblick ermöglichen. Ein solches Kataster gibt es für Weiskirchen, Hainhausen und Jügesheim schon. Es weist Flächengröße, Pflanzen und auch Ausstattung, zum Beispiel mit Ruhebänken und Mülleimern, aus. Jetzt sollen auch die anderen Stadtteile dazu kommen.

Das Kataster wird 2013 fertig gestellt. Es liefert dann eine umfassende Datengrundlage für Planung, Kostenkontrolle und Ausschreibungen an Fremdfirmen. „Wir wissen dann wirklich genau, was uns welcher Quadratmeter Grün kostet“, erläuterte Kämmerling. Wobei es erklärtes Ziel des Fachdienstleiters ist, für qualitativ hochwertige Aufgaben den Bauhof zu engagieren. „Die Kollegen dort kennen Rodgau wie ihre Westentasche und wissen, was sich die hauseigene Planungsabteilung wünscht“, ist Kämmerling sicher. Neben den bereits genannten Grünanlagen fallen dem Fachbereich auch das Straßenbegleitgrün, die Umsetzung des Spielplatzkonzeptes und die Beauftragung der Spielgerätekontrolle auf den Plätzen und in den Kitas zu.

5 000 Bäume stehen im Rodgauer Stadtgebiet, 500 an der S-Bahn und eine noch festzustellende Anzahl an der Rodau, die es ebenfalls im Auge zu behalten gilt. Sie werden durch eine Fachfirma auf ihre Verkehrssicherheit überprüft, die Ergebnisse bei der Stadt ausgewertet und eventuell notwendige baumpflegerische Maßnahmen in die Wege geleitet. Auch soll eine Richtlinie für nachhaltige Baumpflanzungen entwickelt werden. Nachhaltig ist eine Pflanzung dann, wenn sich ein Baum etwa 25 Jahre gut entwickeln kann und dabei möglichst wenig Pflegeaufwand entsteht.

Im Fachbereich ist auch die naturnahe Pflege der Uferzonen der rund 70 Kilometer langen Gräben und natürlich der Rodau, zwölf Kilometer lang, angesiedelt. Oder die mehr als 2 100 Hektar Forstfläche, die nun auch in den Fachbereich Grünanlagen gehören. Vier Forstwirte kümmern sich um Kiefern, Eichen, Buchen und Fichten im städtischen Wald und tun das nach den strengen ökologischen Gesichtspunkten, die die FSC-Zertifizierung vorschreibt: Keine Pestizide, es sei denn, die Obere Forstbehörde ordnet den Einsatz an, kein Düngemitteleinsatz, keine Vollbaumnutzung, was bedeutet, es verbleibt ein Teil des Baumes nach der Fällung im Wald, um ein Auslaugen der Böden zu verhindern. Nicht zu vergessen der erhöhte Anteil an Brut- und Nahrungsbäumen, die nicht forstwirtschaftlich genutzt werden dürfen.

bp

Quelle: op-online.de

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