Noch keine abschließende Bewertung der Altlast möglich

Wallersee in Hainhausen weiter im Visier

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Die Idylle und die liebreizende Herzform des Wallersees haben auch eine Schattenseite. Umweltsünden aus der Vergangenheit belasten das Stückchen Natur noch heute. Die Untersuchung der Altlast wird noch Jahre dauern. Schon 1890 wurde dort Sand abgebaut, später war das Areal ein Schrottplatz.

Hainhausen - Aus der jüngsten Grundwasseruntersuchung am Wallersee ergibt sich aus Sicht des Magistrats zurzeit kein Sanierungs- und Sicherungsbedarf dieser Altlast. Das geht aus einer Mitteilung des Magistrats an den Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr hervor.

Dem Magistrat liegt die Abschlussdokumentation über die von 2012 bis 2017 laufende Grundwasseruntersuchung am Wallersee vor. 18 Grundwassermessstellen wurden in diesem Zeitraum überwacht. Nach Informationen des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt ist eine eindeutige Bewertung der Altablagerung Wallersee hinsichtlich des Wirkungspfads Boden-Grundwasser auch nach diesen sechs Jahren Monitoring nicht möglich. Die Grundwasseruntersuchungen zeigten teils stark schwankende Schadstoffkonzentrationen, die sich jedoch lokal auf die Altablagerung beschränken und im nahen Abstrom – also der Umgebung – nicht mehr erheblich sind. Das RP geht davon aus, dass es durch Verdünnungs-, Rückhalte- und Abbaueffekte zu dieser Schadstoffreduktion im Abstrom der Altlast kommt. Der untere Grundwasserleiter wird durch die Altablagerung nicht beeinträchtigt.

Um mögliche Veränderungen des Einflusses der Altlast auf das Grundwasser generell erkennen zu können, hat das RP eine Folgeuntersuchung des See- und auch des Grundwassers für 2020 angeordnet. Es wird vermutet, dass spontane Zersetzungsprozesse die Schadstoffemissionen erhöhen oder zumindest verändern könnten. Die Stadt wird im Haushalt 2019 Geld anmelden, um diese Analyse und ein Gutachten bezahlen zu können.

Die jüngste Untersuchung war am Wallersee nicht die erste. Schon 2010 und 2011 gab es Beprobungen – finanziert vom Land Hessen und der Stadt Rodgau. Damals zeigte sich, dass die Ausdehnung der ehemaligen Deponie größer ist, als alte Luftbilder dies zeigten. In der Straße Am Sportfeld waren daher weitergehende umwelttechnische Untersuchungen notwendig. Im Detail sind 2012/2013 Bodenluftpegel auf den Grundstücken errichtet und beprobt worden. Bei den Untersuchungen der Bodenluft wurden die leichtflüchtigen Schadstoffe BTEX (aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol, Ethylbenzol und die Xylole) und LHKW (chlorierte Kohlenwasserstoffe wie Tetrachlorethen (der Fettlöser PER), Trichlorethen (TRI) nur in Spuren angetroffen. Die Methan- und Kohlendioxidgehalte waren dagegen teilweise stark erhöht. Um eine mögliche Gefährdung der Anwohner zu untersuchen, erfolgten Raumluftmessungen in den Kellern der betroffenen Gebäude Am Sportfeld. Aus einem dem RP vorliegenden Gutachten ergeben sich keine Hinweise auf Belastungen der Raumluft.

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Die weiterführenden Untersuchungen und die Überwachung der Raumluft sind dann durch die Untere Bauaufsichtsbehörde des Kreises Offenbach veranlasst worden. Bei der Pressestelle des Kreises war zu möglichen Ergebnissen bisher keine Stellungnahme zu bekommen. Es heißt aber, die Bodenluftmessungen müssten alle fünf Jahre wiederholt werden. (bp)

Quelle: op-online.de

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