Der See wartet auf Badegäste

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Schwimmmeister Peter Ruckelshausen überprüft die Handpumpe am Wasserspielplatz: Alles okay, die Kinder können kommen.

Nieder-Roden - Leise lässt ein Windhauch kleine Wellen an den Strand schwappen. Schnatternd folgt ein Gänserich seiner Partnerin zum Wasser. Noch sind die Kanada- und Nilgänse am Badesee und die Fische im Wasser ungestört, doch in ein paar Tagen wird sich das ändern. Von Ekkehard Wolf

Am 1. Mai um 10 Uhr beginnt die Badesaison. Bis zu 14 000 Menschen am Tag werden im Sommer die Liegewiesen und den Sandstrand bevölkern - und mit den Fischen deren Lebensraum teilen. Das Wasser ist klarer als gewohnt: „Die Sichttiefe ist 1,80 Meter“, freut sich Schwimmmeister Peter Ruckelshausen. Er führt dies darauf zurück, dass das Sand- und Kieswerk derzeit nicht so intensiv baggert. In den letzten Jahren konnte man nicht mal einen Meter weit sehen. Dennoch warnt der erfahrene Schwimmmeister zur Vorsicht: „Ein offenes Gewässer ist kein Freibad. Das unterschätzen viele.“ Besonders liegt ihm am Herzen, dass Eltern immer auf ihre Kinder achten.

Schwimmmeister Peter Ruckelshausen überprüft die Handpumpe am Wasserspielplatz: Alles okay, die Kinder können kommen.

Ein Plus an Sicherheit erwartet die Stadt von der Einstellung eines dritten hauptamtlichen Schwimmmeisters. Zusätzlich wird auch in diesem Jahr eine Saisonkraft eingestellt. Auch die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der DLRG schieben Wache - vor allem an den Wochenenden. Der Nichtschwimmerbereich ist etwas größer geworden, seit der Wasserspiegel gesunken ist. Eine breite Sandbank befindet sich 10 bis 15 Meter vom Ufer entfernt. Die Pontons wurden näher ans Ufer herangezogen, um auch Kindern und schwachen Schwimmern ein Ziel zu bieten. Und auf halbem Weg zur „schwimmenden Insel“ haben die Schwimmmeister eine Boje verankert. Wer seine Kräfte überschätzt hat, kann sich dort festhalten. Der schwimmende Sprungturm, vor Jahren als Besonderheit gefeiert, bleibt hingegen weiterhin gesperrt: Das Temperaturgefälle im Wasser gilt als Gesundheitsrisiko für den Kreislauf. Immerhin ist der See an dieser Stelle etwa 16 Meter tief.

Das Strandbad ist von 1. Mai bis Mitte September täglich von 8.30 bis 20 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise sind gestiegen: Drei Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder, Studenten, Behinderte. Rentner müssen den vollen Preis bezahlen. Saisonkarten sind im Bürgerbüro des Rathauses fünf Euro billiger als an der Strandbad-Kasse. Parkplätze für 1660 Autos sind in diesem Jahr noch kostenlos. Stellplätze für Fahrräder und Motorräder nahe am Eingang.

Seit Wochen sind die Schwimmmeister Filiberto D‘Imperio und Peter Ruckelshausen dabei, das Strandbad für die Saison fit zu machen. Als sie mit der Arbeit anfingen, scheuchten sie ein Fuchspärchen auf, das auf dem Gelände überwintert hatte. Der harte Winter hat an der Einrichtung des Strandbades keine gravierenden Spuren hinterlassen. Nur eine Wasserleitung im Kiosk war kaputtgefroren und musste erneuert werden. Die größten Probleme fanden sich in den Beachvolleyballfeldern nahe der Skater-Anlage: Die Schwimmmeister holten Unmengen von Glasscherben aus dem Sand, damit sich in der Saison niemand die Füße aufschneidet.

Mit Schatten spendenden Bäumen und sattgrünem Rasen sieht das Strandbad vor allem im FKK-Bereich fast wie ein Park aus. Peter Ruckelshausen erinnert sich noch daran, wie es war, als er vor 33 Jahren im Strandbad anfing: „Damals sah es hier wie eine Panzerwüste aus.“

Quelle: op-online.de

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