Wasser von unten, Wasser von oben

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Eigentlich war das am Sonntagvormittag kein Cabrio-Wetter beim Entenrennen. Aber der dreieinhalbjährige Bennet aus Jügesheim wusste sich zu helfen.

Jügesheim - „Na, wenigstens hat die Rodau genügend Wasser, dadurch sind die Enten deutlich schneller“, tröstete Michael Beseler vom Gemeindeaufbauverein der Jügesheimer Emmausgemeinde am Sonntag angesichts des stetig fallendes Regens. Von Bernhard Pelka

„Man sollte mal den Wetterdienst anrufen und fragen, ob die das ‚heiter bis sonnig’ aus meinem Keller pumpen“, frozzelte einer der Zuschauer am Ufer.

Den Enten war’s egal: ob Wasser von unten oder Wasser von oben – Hauptsache nass. Und nass wurde das Rodgauer Entenrennen diesmal, das die evangelische Kirchengemeinde jeden Sommer im Rodaupark zwischen Konrad-Kappler-Straße und Altem Weg zugunsten ihrer Jugend- und Musikarbeit veranstaltet. Der guten Laune schadete es allerdings nicht. Später hatte der Himmel auch ein Einsehen. Und das Finalrennen fand dann sogar bei strahlendem Sonnenschein statt.

„Wir machen aus jedem Fall das Beste draus“, hatte Pfarrer Andreas Goetze im Open-Air-Gottesdienst zum Auftakt der Veranstaltung versprochen. „Egal, wie das Wetter nun wird.“ Vorn auf der Bühne der Altar, in einiger Entfernung im schützenden Festzelt die Gottesdienstbesucher und dazwischen einige Unerschrockene am klatschnassen Biertisch unterm Regenschirm – die Kulisse versprach Unverzagtheit. Und als sich dann die neuen Konfirmanden im Reigen ihrer helfenden Teamer der Gemeinde präsentierten, als Jugendleiterlizenzen vergeben und Cathi Langer und Florian Hoehle zum Abschluss ihres Freiwilligen Sozialen Jahres verabschiedet wurden, wirkte der Regen auf einmal gar nicht mehr so scheußlich.

Bilder vom Entenrennen

Wasser von allen Seiten beim Entenrennen

Stolz war nicht nur der Pfarrer auf die insgesamt rund 150 Helfer, die ihren Beitrag zu dem fröhlichen Familienfest geleistet hatten. Mannigfaltige Organisation, Auf- und Abbau galt es zu bewältigen, Essens- und Getränkebons mussten verkauft, Speisen und Getränke ausgegeben werden.

Da lockte viel Leckeres: eine reichhaltige Kuchentheke, Waffeln und Melonen für Süßmäuler, Bratwurst, Hackbraten und Flammkuchen für die, die es gern deftig mögen.

Musik erklang für jeden Geschmack. Nach dem Emmaus-Chor während des Gottesdienstes faszinierte die Big Band der Geschwister-Scholl-Schule unter Leitung von Timo Desogus und verzauberten die Trottwa-Küken mit Andreas Held als Begleiter.

René Frank überzeugte mit „Pop & mehr“ und die Band „swing & talk“ erfreute vor allem Oldie-Fans. Auch auf die Kinder wartete ein buntes Programm mit den Emmaus-Kids, der TGM SV und ihrer „Tanzfee“ und dem Theater „Die Löschzwerge“. Außerdem gab es am Glücksrad Renn-Enten zu gewinnen.

Diese wurden zwischendurch immer wieder körbeweise zu Wasser gelassen, oft kunstvoll bemalt oder mit originellen Namen versehen. Da dümpelte „Karl Marx“ gemächlich neben einer kecken langwimprigen Entendame, gefolgt vom Piraten mit Augenklappe.

Strahlende Gewinnerin: Sophie Thiel bekam den ersten Preis aus den Händen der beiden Gemeindeaufbauvereins-Mitglieder Gisela Schmalenbach und Manfred Ernst.

„Guck mal, Mama, da vorn die mit dem roten Schnabel und den blauen Augen ist unsere!“, staunte ein Blondschopf, um sich gleich darauf zu entrüsten, denn das langsame Tier kam nicht weiter, dafür 25 schnellere, die wie in jedem Lauf für das Finalrennen aussortiert wurden. Weiter kam auch der allerlangsamste Wasservogel, getreu dem Bibelspruch „Die letzten werden die ersten sein…“ Schließlich standen die Sieger fest. Eine Fülle an Preisen wurde verteilt. Es gab Fußbälle, Sporttaschen, Rucksäcke, Eintrittskarten für Badesee, Spaßbad und Freizeitparks, Musikanlagen und Tablet-PCs. Den Vogel schoss die Familie Thiel ab: Sohn Tobias gewann den 3. Preis, einen Rundflug übers Rhein-Main-Gebiet, und Tochter Sophie den 1. Preis, einen Reise-Gutschein über 400 Euro. Da strahlte die ganze Familie mit der inzwischen gleißenden Sonne um die Wette. Und auch die Entenrenn-Veranstalter strahlten, denn es war letztlich doch ein gelungenes Fest geworden. Viele Preise warten noch auf ihren Besitzer. Sie können nach Vorlage des Zertifikats im Gemeindebüro, Berliner Straße 2, Tel.:  06106 3673, abgeholt werden.

Es handelt sich um folgende Nummern: 243, 321, 508, 515, 526, 656, 692, 705, 731, 796 798, 808, 827, 831, 837, 859, 867, 983, 1252, 1278, 1301, 1347, 1411, 1471,1476, 1570, 1796,1825,1844, 1872, 1881, 1894, 1913, 1946, 1967.

Quelle: op-online.de

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