Strandbad Nieder-Roden

Identität der Toten steht fest: Schrecklicher Verdacht bestätigt

Verzweifelte Suche nach der Vermissten: Hier ein Archivbild von 2017.
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Verzweifelte Suche nach der Vermissten: Hier ein Archivbild von 2017.

Ein Schwimmmeister entdeckt eine Leiche im Strandbad Nieder-Roden in Rodgau. Jetzt steht die Identität der Toten fest.

Update vom Mittwoch, 23.06.2021, 14.30 Uhr: Vor mehr als einer Woche (siehe Erstmeldung) hat ein Schwimmmeister eine Leiche im Strandbad Nieder-Roden in Rodgau gefunden. Nach der Obduktion steht jetzt die Identität der Toten fest.

Der schreckliche Verdacht der Polizei bestätigte sich: Bei der Toten handelt es sich um eine Frau aus Rodgau, die seit August 2017 vermisst wird. Das teilte die Polizei jetzt mit. Sie vermutet, dass die Frau damals nach dem Schwimmen nicht mehr an ihren Platz zurückkam.

Schwimmmeister entdeckt Leiche in Badesee in Rodgau: Obduktion soll Klarheit bringen

Update vom Dienstag, 15.06.2021, 15.30 Uhr: Die Eröffnung der Strandbadsaison ist in Rodgau-Nieder-Roden am Dienstag (15.06.2021) ein Wechselbad der Gefühle gewesen: Freude über zurückgewonnene Freiheit und ein neues Betriebsgebäude, andererseits Bestürzung über die Bergung einer Wasserleiche am Samstag (siehe Erstmeldung). Es könnte sich um jene Frau handeln, die am 3. August 2017 nach dem Schwimmen nicht zum FKK-Strand zurückgekehrt war und die seither verschwunden ist.

Nach Polizeiinformationen wird die Leiche in dieser Woche obduziert. Auch werde zur Feststellung der Identität ein DNA-Abgleich gemacht mit Vergleichsmaterial aus einer Datenbank des Bundeskriminalamts. Das Material war in die Datenbank eingestellt worden, nachdem die 64-Jährige nicht mehr zu finden war.

Am vergangenen Samstag (12.06.2021), gegen 15 Uhr, hatte ein Schwimmmeister die Wasserleiche an der Oberfläche entdeckt und nach dem Eintreffen von Kripo und Spurensicherung geborgen. Mit einem Ergebnis wird erst nächste Woche gerechnet. Nach Angaben in einer Pressekonferenz gestern wurden dem Schwimmmeister und einem Kollegen Gespräche mit dem Kriseninterventionsteam der Malteser angeboten – was die Beteiligten auch angenommen haben. Beide Männer arbeiten und können zur Bewältigung des grausigen Erlebnisses jederzeit weitere Entlastungsgespräche führen.

Wasserleiche treibt im Badesee: Polizei hat einen Verdacht

Erstmeldung vom Montag, 14.06.2021: Rodgau – Ist das rätselhafte Verschwinden eines Badegastes am Strandbad Nieder-Roden von vor vier Jahren geklärt? Am 3. August 2017 war dort eine Schwimmerin nicht mehr zu ihrer Kleidung am FKK-Strand zurückgekehrt. Seither blieb die Suche nach der 64-Jährigen erfolglos. Nun tauchte eine Leiche im See auf. Die Badesaison wird dort am Dienstag (15.06.2021) trotzdem starten.

Der 3. August 2017 sollte am Badesee ein Festtag werden. Schließlich wurde über den üblichen Badebetrieb hinaus auch Musik vom Feinsten geboten: die Operette „Der Vogelhändler“. Doch als gegen 20 Uhr die rund 250 Zuschauer und die letzten Badegäste das Gelände verlassen hatten, brach die ganze Dramatik dieses Donnerstagabends hervor: Am FKK-Strand wurden ein verlassenes Kleiderbündel und die Saison-Eintrittskarte einer 64-Jährigen aus Rodgau gefunden. Die Frau war unauffindbar. Sofort wurde das Schlimmste vermutet, obwohl die Vermisste als gute Schwimmerin galt.

Badesee in Rodgau während der Suchaktion tagelang geschlossen

DLRG-Helfer bildeten eine Menschenkette und durchkämmten das Flachwasser. Vier Taucher der DLRG Mainhausen suchten etwas weiter draußen. Der Polizeihubschrauber kreiste bis gegen 22 Uhr. Auf dem Gelände wurde jede Ecke abgesucht.

Tags darauf durchsuchten Taucher den See systematisch. Das war keine einfache Aufgabe: Das Gewässer ist fast 40 Hektar groß und bis zu 35,80 Meter tief. Im trüben Wasser kann man höchstens eine Armlänge weit sehen. Taucher aus Aschaffenburg und Maintal wechselten sich mit Kollegen aus Mainflingen ab. Über den Tag verteilt waren 20 Taucher im Wasser. Zur Unterstützung kreuzte die Feuerwehr Mühlheim mit einem Sonarboot auf dem Badesee. Es verfügt über ein Ultraschallgerät, das ähnlich wie ein Echolot funktioniert.

Am Nachmittag verdichteten sich die Hinweise darauf, dass die Gesuchte nicht mehr lebt. Leichenspürhunde schlugen an, als sie in Booten den See überquerten. Die Stelle vor dem FKK-Strand ließ sich aber nicht genau eingrenzen: „Der Bereich hat einen Radius von 30 Metern“, berichtete eine städtische Pressesprecherin damals.

Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Suche ergebnislos abgebrochen. Etwa 60 Rettungskräfte waren im Einsatz, etwa ebenso viele wie am Abend zuvor. Das Strandbad blieb tagelang geschlossen. Als es wieder aufmachte, kamen die ersten Gäste mit einem mulmigen Gefühl an den See.

Rodgau: Die Tote aus dem See liegt nun in der Gerichtsmedizin

Seit vier Jahren gilt die Frau als vermisst. Am vergangenen Samstag nun das Unfassbare: Ein Schwimmmeister musste schockiert feststellen, dass in der Nähe des Ufers eine Wasserleiche aufgetaucht war. Gegen 15 Uhr wurde die Polizei alarmiert. Dann traf auch die Spurensicherung ein. Die Gerichtsmedizin untersucht den Körper jetzt. Zur Identität gibt es seitens der städtischen Pressestelle und der Polizei bisher nur vage Angaben. Ein Polizeisprecher sagte gestern auf unsere Anfrage lediglich, es handele sich bei der Leiche wohl um eine Frau. Es sei „sehr ungewöhnlich“, dass nach so langer Zeit eine Wasserleiche noch auftauche. (Von Bernhard Pelka, Ekkehard Wolf und Christian Weihrauch)

Korrektur: Den Strandbad-Mitarbeitern wurden nach dem Leichenfund Gespräche mit dem Kriseninterventionsteam der Malteser aus Obertshausen angeboten. In einer früheren Version des Beitrags war von einer Psychologin des Roten Kreuzes die Rede.

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