Wasserpfeifen-Verbot im Strandbad

Keine Shisha in Saint-Tropez

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Nieder-Roden - Eine besondere Variante des Rauchverbots gilt im Strandbad Nieder-Roden: Die Badegäste dürfen sich zwar eine Zigarette anstecken, aber Wasserpfeifen sind tabu. „Zu gefährlich“, sagen die Schwimmmeister.

Wenn sie eine kokelnde Shisha sehen, kennen sie kein Pardon. Shisha-Rauchen ist bei jungen Leuten im Trend. Das Strandbad-Team spricht von bis zu 150 Wasserpfeifen pro Saison. An einem besonders gut besuchten Tag zog das Personal sogar 25 Stück aus dem Verkehr. Dahinter steht nicht etwa die Furcht, dass die Paffer möglicherweise illegale Substanzen durch den Schlauch schnorcheln. Die Schwimmmeister sehen vielmehr eine Unfallgefahr. Spielende Kinder könnten beim Herumlaufen eine Wasserpfeife umwerfen und sich verletzen. „Das ist nicht lustig“, sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Fischer: „Die Dinger fallen um und gehen kaputt. Dann gibt es Scherben und glühende Kohle.“

In „Saint-Tropez am Baggersee“ sind Shishas schon lange verboten. Ein Aushang im Schaukasten weist darauf hin. Doch seit einigen Jahren gewinnen Wasserpfeifen an Beliebtheit. Shisha-Bars, etwa in Jügesheim, genießen regen Zulauf. Die Gefahr am Badestrand besteht nicht nur in der Theorie, sondern ist traurige Wirklichkeit. „Es gibt jedes Jahr Verletzungen dadurch“, berichtet Sabine Fischer. Auch Strandbad-Mitarbeiter hätten sich schon buchstäblich die Finger verbrannt, als sie Badegästen die Wasserpfeife wegnehmen wollten.

Nur jeder zweite Shisha-Schmaucher sieht ein, dass er die Glut löschen und sein Genussgerät einpacken soll. Die anderen protestieren, fangen Diskussionen an oder weichen der Ordnungsmacht aus - sie suchen sich einen abgelegenen Platz aus und holen ihr Pfeifchen wieder hervor. Nicht alle Shisha-Sünder kann das Personal bereits am Eingang abfangen. Denn neben den großen Wasserpfeifen von 60 bis 90 Zentimeter Höhe gibt es auch kleine Modelle, die man unauffällig in der Strandtasche verstecken kann. Außerdem besteht eine Wasserpfeife aus vier Teilen, die man auseinandernehmen kann: Wassergefäß, Rauchsäule, Kopf und Schlauch mit Mundstück.

Rauchverbote in den Bundesländern

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Unter Jugendlichen gilt die Shisha als Ausdruck des „Chillens“, also der entspannten und gemütlichen Konversation. Dabei ist der kühle Feuchtrauch aus dem Wassergefäß („Bowl“) noch schädlicher als Zigarettenqualm, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt. Durch Feuchthaltemittel und Aromastoffe im Tabak entsteht mehr Gift. Die BzgA spricht von erhöhtem Krebsrisiko für Lunge, Lippen, Mundhöhle und Harnblase. Wenn die Raucher ein Mundstück gemeinsam nutzen, können Krankheiten wie Herpes und Gelbsucht übertragen werden.

Laut einer repräsentativen Befragung des BZgA aus dem Jahr 2007 hatten 38 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen schon einmal Wasserpfeife geraucht. Der Anteil der wöchentlichen Konsumenten lag damals bei vier Prozent. Drei Jahre später paffte schon jeder Zehnte dieser Altersgruppe regelmäßig. 

(eh)

Strandbadfestival in Nieder-Roden

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Quelle: op-online.de

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