Wasserturmfest am Fuße des Baudenkmals

Wahrzeichen feiert den 75.

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Der Jügesheimer Wasserturm

Jügesheim - Das Geburtstagskind ist 43,45 Meter hoch, 75 Jahre alt und längst im Ruhestand. Bis 1978 musste er arbeiten, heute geht es mehr darum gut auszusehen. Und das tut der Wasserturm in Jügesheim.

Wie es sich gehört, gab es natürlich ein großes Fest für den Jubilar - das „Wassertormfest“. Die Schreibweise mit „O“ ist in diesem Fall korrekt und dem hiesigen Dialekt geschuldet. Die „Freunde des Wasserturms“ kümmern sich seit über 25 Jahren um das Baudenkmal und das Fest zu Füßen des Turms. Rund 40 der über 150 Mitglieder haben dazu beim Aufbau geholfen, an den beiden Tagen die Stände besetzt oder den Abbau in die fleißigen Hände genommen.

„Wir wollen das gesamte Areal um den Turm weiter entwickeln“, erzählte der Vorsitzende des Wasserturmvereins, Frank Eser. So soll der etwas in die Jahre gekommene Spielplatz einem modernen Wasserspielplatz weichen. Die schon länger stillgelegte Minigolfanlage gegenüber soll verschwinden und einem kleinen Park Platz machen. Mangels Betreiber und Interesse wird die Anlage ohnehin nicht mehr genutzt.

Mal ein bisschen anders

„Das nächste Ziel ist dann eine Arena am Turm“, sagte der Vorsitzende. Dort könnten zum Beispiel Open-Air-Konzerte im Sommer die Menschen anlocken. Das „Wassertormfest“ dient auch genau diesen Zielen. Der Erlös geht in solche Projekte. Das reicht allerdings nicht für die ehrgeizigen Pläne, deshalb suchen sich die „Freunde des Wasserturms“ jeweils noch Partner und Sponsoren, die helfen die Ideen zu realisieren.

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Drachen krönen Wasserturmbrunnen

Dass das funktioniert, konnten die Besucher an dem Brunnen mit den drei Drachen vor dem Turm sehen. Die Drachen stehen übrigens für die Elemente Feuer, Luft und Erde. Die Wasserspeier am Turm, ebenfalls mit Drachenköpfen, stehen für das vierte Element, Wasser. Nicht nur Wasser gab es beim Fest zu trinken. Auch hier war manches etwas anders als bei anderen Festen. So gab es einen Weinstand neben den üblichen Softdrinks und Bier. Vor allem kulinarisch bot das „Wassertormfest“ seinen Besuchern Besonderes. Ob Handkäs mit Speckmantel oder der „Wassertormspieß“, ein Wurstspieß aus Merguez, Chili, Nürnberger und Rodgauer: es war eine schöne Mischung aus hessischen Spezialitäten und mediterraner Küche.

Für die Kinder gab es Spiele. Wer wollte konnte den Wasserturm ersteigen und die Aussicht genießen, und die hervorragende Live-Musik sorgte für die gute und entspannte Stimmung am Wasserturm. Von der Gruppe „Disharmonie“, die mit A-cappella-Stücken den Reigen eröffnete, über die dänische Formation „Iso Herquist og hele banden“ bis zur Bigband der Georg-Büchner-Schule war für jeden Geschmack etwas dabei. Der Einzige, der das mit stoischer Ruhe über sich ergehen ließ, war der Wasserturm. Er stand einfach da - wie seit 75 Jahren. J khn

Quelle: op-online.de

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