Wasserwerk hat die Hausnummer 1

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In diesem Neubau im Jügesheimer Wald befindet sich die neue Zentrale des Wasserzweckverbandes. Am Samstag ist Tag der offenen Tür.Fotos: Wolf (2)

Jügesheim - (eh) Am Wasserwerk im Wald zwischen Jügesheim und Dietzenbach hat eine neue Ära begonnen. Der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) hat gestern seine neue Zentrale eingeweiht. Erstmals seit der Gründung im Jahr 1970 sind alle Betriebsteile auf einem Fleck.

Geschäftsführer Bernd Petermann betonte gestern nach den ersten drei Wochen am neuen Standort, „dass die Zusammenarbeit durch die Zentralisierung erheblich an Effizienz gewonnen hat.“ Alle 33 Mitarbeiter seien sehr zufrieden, „schließlich arbeiten wir dort, wo andere gern ihre Freizeit verbringen.“ Das Wasserwerk befindet sich einen halben Kilometer hinter der Waldfreizeitanlage.

Als Willkommensgeschenk an die neue ZWO-Zentrale hat der Ortsbeirat Jügesheim die Zufahrtstraße umbenannt: Der bis dato namenlose Weg im Wald heißt nun „Am Wasserwerk“. Der Zweckverband hat die Hausnummer 1.

Peter Walter (links) und Erich Strüb (rechts) als Vorsitzende der ZWO-Verbandsgremien überreichten den Schlüssel an Geschäftsführer Bernd Petermann.

Die Insolvenz des Generalunternehmers hat die Fertigstellung des Neubaus um mehr als ein halbes Jahr verzögert. „Wir können nur froh sein, dass der Rohbau bereits fertig war“, erläutert Bernd Petermann, „so konnten wir einen glatten Trennstrich ziehen.“ Es sei jedoch gelungen, die meisten Subunternehmer mit direkten Verträgen für den Weiterbau zu gewinnen. Mit der Steigerung der Baukosten von zwei auf 2,2 Millionen Euro könne man leben. 28 Firmen waren beteiligt, der Jügesheimer Architekt Norbert Beck übernahm die Bauleitung.

Der L-förmige Neubau bietet auch reizvolle Blicke, wie dieses Werksfoto zeigt.

Was lange währt, muss einfach gut sein“, sagte Landrat Peter Walter als ZWO-Vorstandsvorsitzender in seiner Festrede. Seit 1995 hätten sich die Gremien des Verbandes mit dem Gedanken an einen Verwaltungsbau in Jügesheim getragen. Nach langer Diskussion, ob eine Zwei-Millionen-Investition sich mit niedrigen Wasserpreisen vertrage, sei der Neubau 2006 beschlossen worden: „Wir müssen zuerst investieren, bevor wir sparen können.“
Für eine Wasserversorgung in öffentlicher Hand plädierte der Offenbacher Stadtverordnete Erich Strüb als Vorsitzender der Verbandsversammlung: „Eine Privatisierung der Wasserressourcen und die Liberalisierung des Wassermarktes führen nur zu Qualitätsminderung und höheren Preisen.“

FAKTEN

- Der Zweckverband Wasserversorgung beliefert Stadt und Kreis Offenbach mit Trinkwasser.

- Ein Kubikmeter (m³) wird für 47 Cent plus Umsatzsteuer an örtliche Versorger wie Stadtwerke und EVO abgegeben.

- Aus den 113 Förderbrunnen wurden letztes Jahr 16,7 Millionen m³ gefördert. Weitere 1,5 Millionen bezog der ZWO vom Gruppenwasserwerk Dieburg und von Hessenwasser.

- Das Leitungsnetz des ZWO ist 219 km lang.

- Mehr Infos finden Sie auf der Homepage 

Quelle: op-online.de

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