Wasserwerk will sich absichern

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Einen Gegner weniger hat die Firma Kaspar Weiss, die den Sand- und Kiesabbau am Rodgau-See auf die doppelte Fläche ausdehnen will.

Rodgau ‐ Einen Gegner weniger hat die Firma Kaspar Weiss, die den Sand- und Kiesabbau am Rodgau-See auf die doppelte Fläche ausdehnen will. Der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) hat seine Bedenken zurückgezogen. Von Ekkehard Wolf

Dafür hat die Kiesfirma dem ZWO eine Entschädigung für den Fall zugesichert, dass das Land wegen der Auskiesung die Wasserfördermenge kürzt. Für ZWO-Geschäftsführer Bernd Petermann ist das eine pragmatische Lösung. Falls es zu Einbußen für die öffentliche Trinkwasserversorgung komme, solle der Verursacher dafür geradestehen: „Sonst werden die Verluste wieder vergesellschaftet und die Gewinne privatisiert.

Seit 2007 hat das Land Hessen die Option, die Fördermenge zu kappen, denn der Wasserrechtsbescheid an den ZWO ist zweigeteilt. „90 Prozent unserer Wasserrechte sind in Form von Bewilligungen erteilt worden, zehn Prozent als Erlaubnis“, so Petermann: „Eine Erlaubnis kann uns entschädigungslos entzogen werden.“ Bereits in diesem Bescheid habe das Land die Entnahme von Grundwasser durch den ZWO gesenkt und alle privaten Wasserrechte vorrangig berücksichtigt.

Vorsorglich Liefervertrag mit Wasserwerk Dieburg

Das so genannte Wasserdargebot ist begrenzt, auch wenn Wasserknappheit in der Region zurzeit kein Thema ist. Für Trockenperioden hat der ZWO vorsorglich einen Liefervertrag mit dem Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg geschlossen.

Was nützt ein Klagerecht, wenn‘s nichts wert ist?

Im Planfeststellungsverfahren für die Auskiesung sieht der ZWO-Geschäftsführer einen Interessenkonflikt, „da im Regionalplan ein Vorranggebiet für Bergbaunutzung ausgewiesen ist. Auf der anderen Seite besteht dort ein Wasserschutzgebiet. Wir als Zweckverband können nur versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.“ Die Sorge um das Grundwasser sei durch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie weiterhin im Verfahren.

Den Vorwurf, der ZWO habe sich sein Klagerecht abkaufen lassen, lässt Bernd Petermann nicht stehen: „Der mögliche Klagegegner ist ja nicht die Firma Weiss, sondern das Regierungspräsidium. Was nützt mir ein Klagerecht, wenn‘s nichts wert ist? Am Ende müsste doch die Allgemeinheit bezahlen.

Quelle: op-online.de

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