Mit der Webcam Kinder- und Jugendzimmer ausspioniert

Obwohl Isabel Fromke generell versucht, auf Privatssphäre im Internet zu achten, erwartet sie nicht, dass der Großteil der Jugendlichen sich nun intensiver mit Datenschutz und Sicherheitsprogrammen auseinander setzen wird. So glaubt die 16-Jährige, dass das Thema immer noch zu weit entfernt ist, um sich wirklich damit identifizieren zu können. „Man kann eben nur aus eigenen Fehlern lernen“, sagt die Schülerin der Theodor-Heuss-Schule in Offenbach achselzuckend.

Rodgau ‐ Über die Webcam spionierte ein 44-Jähriger Hacker aus dem Rheinland etwa 150 Mädchen, meist im Alter zwischen 15 und 19 Jahren, aus. Von Meera Weiland

Der Mann hatte die Computer seiner Opfer mit „Trojanern“ manipuliert und konnte sich über die Kameras in ihren Zimmern umsehen. Wie schützen sich Jugendliche aus Rodgau und Umgebung vor Spannern?

Giulia Bauer benutzt ihre Webcam nur mit Freunden und auch nur, wenn sie direkt davor sitzt. Wenn sie die Unterhaltung beendet hat, trennt sie den Stromanschluss, da ihr solche Mittel der Kommunikation weitgehend suspekt sind. Die 16-Jährige ist von den jüngsten Vorfällen nicht sonderlich überrascht: „Wer sich eine Webcam zulegt, ist selbst dran Schuld. Das kann jedem passieren, aber nach einer Weile werden sich nur noch die Betroffenen daran erinnern.“

Als Bilddatei getarnt, gelangte dieser Trojaner auf die Computer der Mädchen, die sich nichts dabei dachten, eine Datei von einem Bekannten anzunehmen. Bei der Festnahme des Täters fand die Polizei zahlreiche Videos von verschiedenen Kinderzimmern auf dessen Computer. Thomas Floß vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) hat den Spähangriff aus dem Rheinland aufgedeckt.

Quelle: op-online.de

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