Dana Jäger und Alex Winkler auf Tandem-Tour

Weihnachten bereitet Heimweh

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Der Traumstrand hält kein Heimweh ab: Dana Jäger und Alex Winkler vermissen die typischen Weihnachtsbräuche fernab der Heimat.

Rodgau / Ko Samui - Weihnachten zu zweit, fernab dem Trubel und mit Aussicht auf weitere entspannte Wochen. Diesen Wunsch erfüllen sich Dana Jäger und Alex Winkler aus Rodgau.

Auf seiner Tandem-Tour rund um den Globus ist das Paar im Süden Thailands gelandet und hat sich die Insel Ko Samui als Feiertagsquartier ausgesucht. Seit dem Start Anfang August in Hanau haben die beiden mehr als 7 000 Kilometer per Pedale zurückgelegt, sind nach eigenem Bekunden wohlauf - und sogar die Technik hat bislang ohne größere Pannen mitgespielt.

Das gilt insbesondere für das Tandem, mit dem die beiden 28-Jährigen Anfang August in Hanau ihren Trip ins Abenteuer begonnen haben. Nicht einmal einen Platten mussten sie bis Mitte Dezember, als sie die Neugier aus der Heimat mit einer E-Mail unserer Zeitung einholte, im Online-Reisetagebuch vermerken. Der Austausch einer Fahrradkette kurz zuvor war laut Dana und Alex mehr oder weniger plangemäß. Das gilt indessen nicht für alles, was ihnen auf den ersten beiden Etappen durch Europa und Südostasien widerfuhr.

Mut und Risikobereitschaft hatte das Radler-Pärchen schon bewiesen, bevor der erste Kilometer auf dem Tandemtacho stand: Nach einem Jahr Planung und mehreren Probetouren mit dem eigens für sie angefertigten Gefährt brachen Dana und Alex fast alle Brücken hinter sich ab, kündigten ihre Jobs, verkauften ihr Hab und Gut und brachen sprichwörtlich ins Ungewisse auf. Wann und ob sie überhaupt zurückkommen, ließen sie im Gespräch mit unserer Zeitung offen. Auch jetzt gibt es noch keine Entscheidung – Heimweh aber schon, räumen die beiden in ihrer E-Mail-Antwort ein: „Wir denken auch oft an die schöne Weihnachtszeit zu Hause und was wir im Moment verpassen“. Für beide ist es das erste Weihnachtsfest fernab der Heimat.

Begonnen hatte die Tour, vorab mit rund 20 000 Kilometern durch Europa, Asien, Australien und Nordamerika kalkuliert, im Sommer mit Regenwetter bis in die Alpen. Dort gab es eine Schrecksekunde und ein paar Blessuren, als der Anhänger des Tandems aus einer Schotterpiste („Wohl eher für Mountainbikes geeignet“) in den Graben rutschte und das ganze 200 Kilo schwere Gespann mit sich zog. Erholen konnten sich die Reisenden in Meran in Südtirol, das sie schon bei einer früheren Tandemtour für sich entdeckt hatten. Weiter ging es an die Adria, über Triest durch Slowenien und Kroatien („Sehr anspruchsvoll zu fahren, ständig bergauf und bergab“), Montenegro und Albanien nach Griechenland. Ins Schwitzen kam das Paar am Flughafen in Athen – nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Bürokratie beim Verladen der Ausrüstung in den Flieger nach Bangkok. Mit Tandems, schreiben beide, bekomme man es dort wohl nicht oft zu tun.

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In Thailands Hauptstadt bekamen die Reisenden das fremde Klima zu spüren, mussten einige Tage pausieren, dann mit der Regenzeit klar kommen und wurden „anfangs fast jeden Tag mindestens einmal nass“. Das war bei 30 Grad kein großes Problem, zumal sich die Einheimischen als ebenso gastfreundlich wie hilfsbereit erwiesen. Öfters seien ihnen unterwegs kalte Wasserflaschen oder Bananen aus Autofenstern gereicht worden. In Laos ließen sie sich von den 4 000 Inseln, in Kambodscha von den Tempelanlagen Angkor Wat in Siem Reap beeindrucken, erlebten aber auch die Armut der Landbewohner. Lieber fuhren sie Tagesetappen bis zu 140 Kilometern, als Menschen in winzigen Hütten um ein Nachtquartier zu bitten. Auch die Verpflegung wurde zeitweise knapp: Gegessen werde in Kambodscha mittags, abends nach Etappenschluss sei kaum noch etwas aufzutreiben, berichten sie.

Begeistert sind Dana und Alex von der bisherigen Resonanz auf ihren Spendenaufruf zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS): „Wir freuen uns persönlich riesig, wie viele Freunde, Bekannte, Vereine sowie eine Schule unsere Idee der Spendenaktion aufgegriffen und an die DKMS gespendet haben.“ Nach dem ersten Bericht in unserer Zeitung hätten auch zahlreiche Leser Unterstützung zugesagt. Am Nikolaustag waren rund 9000 Euro eingegangen. Der 6. Dezember war auch der Tag, an dem Dana und Alex die 7000-Kilometer-Marke knackten – in der Nähe von Chumphon in Südthailand. Wo und wie die Tour endet, lassen die beiden offen.

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Fest steht: Mindestens einen Euro pro gefahrenem Kilometer wollen beide der DKMS überweisen. Wer helfen will: www.betterplace.org und www.mein-tandem-du-und-ich.de. (zrk)

Quelle: op-online.de

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