Adventsmarkt will besinnlich, familiär und überschaubar bleiben

Lichterglanz unter dem Kirchturm in Nieder-Roden

+
Eine einzigartige Atmosphäre zeichnet den Adventsmarkt an der St.-Matthias-Kirche aus.

Nieder-Roden - Der Adventsmarkt an der Matthiaskirche hat erneut seinen Ruf gerechtfertigt, der heimeligste Budenzauber in Rodgau und ein Geheimtipp in der Region zu sein.

Fest rechnen durften die Besucher mit jenem besonderen Vorweihnachtsgefühl, das sich in diesem Budendorf Jahr für Jahr einstellt. Erstbesucher fanden außer dem unvermeidlichen Glühwein wenig von dem vor, was einem sonst auf jedem Weihnachtsmarkt begegnet. „Es heißt ja auch Adventsmarkt“, bemerkte ein Sprecher des ehrenamtlichen Teams, das seit drei Jahren unter dem Dach der Pfarrgemeinde St. Matthias die Organisation und Vorbereitung stemmt und die zweitägige Veranstaltung jedes Jahr ein wenig größer aufzieht. „Besinnlich, familiär und vor allem überschaubar bleiben“, skizzierte er am Stand der Pfarrjugend den selbst gestellten Anspruch. Da dürfte das florierende Projekt bald an Grenzen stoßen: 25 Weihnachtsbuden waren diesmal auf dem Kirchplatz bis zum Pfarrheim aufgebaut, erstmals hatte die Stadt aus Platz- und Sicherheitsgründen die Schulstraße gesperrt.

Der Charme des Sortiments und seiner Anbieter wirkt der er Tendenz zum Großereignis wirkt entgegen: Fast alle Tresen waren auch diesmal von Vereinen, gemeinnützigen Organisationen und Gruppen besetzt. Weniger kommerziell als kreativ und kulinarisch funktioniert das Konzept. Sogar eine Weltpremiere war geboten: Erstmals grillte Metzgermeister Dieter Wichmann aus Hausen seine „Grie-Soß-Bratwurst“. Tatsächlich, versichert der Erfinder, enthalte die Wurstmasse 20 Prozent Grüne Soße nach Frankfurter Originalrezeptur. „Wenig Fett, viel Eiweiß - gut geeignet für Sportler“, warb Wiechmann für das nagelneue Hessen-Essen. Seine „Handkäs-Bratwurst“ mit 16 Prozent Handkäs hatte er bereits Anfang November vorgestellt.

Auf Gesundheitsbewusste übte der Stand von Barbara Seemann doch noch einen Tick mehr Anziehungskraft aus. Alkoholfreien Glühwein gab es da, vegetarisches Chili und weitere fleischlose, aber delikate Leckereien. Gemeinsam mit Freunden aus dem Garten- und Landschaftsbau zum ersten Mal dabei, kam die Naturheilpraktikerin mit ihrem alternativen Angebot gut an. Für die gezielte Suche nach Fundstückchen empfahl sich ein gesunder Appetit und hinreichend Transportkapazität. Nicht jeder Budenzauber wartet mit indischen Spezialitäten aus dem Punjab auf, nicht überall findet sich unter den geistigen Getränken ein „Mispelchen“ wie am Stand der Heilig-Kreuz-Kirche aus Rollwald.

Bilder: Adventsmarkt in Nieder-Roden

Reges Interesse und viele Abnehmer fanden der Original-Zeltlager-Kartoffeleintopf der Pfarrjugend, Wildgulasch aus dem Kessel des Heimatvereins und „die besten Reibekuchen im Rhein-Main-Gebiet“ - so das Urteil einer Besucherin über die Kartoffelpuffer aus der Pfanne der SG Nieder-Roden. Mit einer reichen Auswahl an Köstlichkeiten, darunter sogar Esskastanien aus dem Maronen-Ofen, war der Sportverein besonders stark vertreten, ebenso wie die kirchlichen Gruppen. So lockte der Kirchenchor Cäcilia nicht nur mit selbst gemachten Marmeladen und Gebäck, sondern auch gefalteten Sternen und Engeln aus ausgedienten Notenblättern und Gesangbuchseiten.

An beiden Markttagen bot die Pfarrgemeinde ein geistliches Begleitprogramm. So gab es am Samstag zusätzlich zum Gottesdienst eine Adventsandacht für Kinder und eine abendliche Einkehrstunde mit Geschichten, Liedern und der Band Komet. Der Eröffnung bei Einbruch der Dunkelheit gaben Kinder aus der evangelischen Kita Birkenhain mit lustigen Adventsliedern Schwung. Musikalische Beiträge zur vorweihnachtlichen Atmosphäre leisteten außerdem der Musikverein Nieder-Roden am Samstagabend und die Sängervereinigung Sängerkranz Polyhymnia am Sonntag. (rdk)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare