Weihnachtskonzert des Musikvereins Nieder-Roden

Klingende Werbung für Jubiläumsjahr

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Maestro Jürgen K. Groh ging gewohnt schwungvoll ans Werk. Solisten des Festkonzertes waren Schlagzeuger Dr. Johannes Kunze (links oben) und Trompeter Helmut Wallner (zweitletzte Reihe, 3. von rechts) sowie Klarinettistin Britta Sauer (vorne links), die ihr Spiel nicht nur hör-, sondern auch sichtbar machte.

Nieder-Roden - Das Festkonzert des Musikvereins Nieder-Roden war die letzte Veranstaltung dieses Jahres und zugleich der Auftakt fürs nächste Jahr. Dann feiert der Verein seinen 100. Geburtstag. Von Manfred Meyer 

Ein ausverkauftes Bürgerhaus gehört zum ersten Weihnachtsfeiertag wie der Christbaum. Der Musikverein Nieder-Roden gibt an diesem Abend sein traditionelles Festprogramm. Und fast genauso traditionell gestaltet der Vereinsnachwuchs das Vorprogramm des Konzertorchesters. Das Jugendorchester stand dieses Jahr unter der alleinigen Leitung des in kerzengerader Haltung akkurat dirigierenden Christian Ott. Er, im dunklen Anzug, erschien zur Zugabe seines Orchesters umgezogen - im Outfit eines karibischen Weihnachtsmanns. Die Jugendlichen und Kinder zündeten nämlich ein lateinamerikanisch percussives Weihnachtsweisen-Arrangement.

Davor hatten sie fünf Stücke dargeboten und dabei den Bogen gespannt von den „Abenteuern von Tim und Struppi” bis hin zu „In the Bleak Midwinter” von Gustav Holst, in einem Arrangement von Philip Sparke. Sparkes Komposition davor, „Rockin’ Trumpets”, war einer der Höhepunkte des Jugendorchester-Sets, mit dem kompletten Trompetenregister Aniol Rebmann, Joshua Unger, Leonard Fey, Julia Nagel und Joshua Dahinten als Solistengruppe. Sie machten ihre Sache tadellos. Ebenso wie Odette Rebmann ihre markante, akzentuierte Schlagzeug-Arbeit in Jacob de Haans „Blues Factory”, dem Highlight der ersten Halbzeit.

Durch ihr Programm führten die jungen Instrumentalisten selber. Mit am charmantesten - eine der jüngsten: Alicia Schlensog, die auch die Querflöten-Solistin bei Holsts „Midwinter“ war.

Die Querflöten-Solistin Alicia Schlensog (links) bildete mit Selma Fey ein entzückendes Moderatorinnen-Tandem.

Nach der Pause gab wie im vorigen Jahr das Dirigenten-Tandem Marleen Maria Martiny und Jürgen K. Groh den Takt an, wobei Martiny mit „In 80 Tagen um die Welt” von Otto M. Schwarz begann. Dabei gab das Orchester mit dem zweiten Abschnitt vor den Röhrenglocken-Schlägen in diesem Werk einen kleinen Vorgeschmack darauf, zu was es imstande ist. Zu sozusagen ganz großem Kino im Folgenden. Dabei die klanglichen und interpretatorischen Überflieger: „Parade of the Animals” und „The Storm” aus der packenden vierteiligen „Noah’s Ark” von Bert Appermont, mit Groh als Maestro. Und er dirigiert, wie er moderiert: mit vollem Einsatz, ganz und gar durchdrungen von seiner Begeisterung für die Musik, ansteckend, mitreißend. Entsprechend euphorisiert folgten ihm seine Musiker.

Ein Hingucker im Orchester war die Klarinettistin Britta Sauer, eine Art weibliches Pendant zu Groh, die sich auf ihrem Stuhl sitzend im Takt dessen, was sie spielt, so geschmeidig hin und her wiegt und bewegt, wie sie musiziert: toll. So wird Musik sichtbar.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Das wurde sie auch während der fröhlichen, lustigen Passagen des letzten Satzes aus Johan de Meijs „The Lord of the Rings”, „Hobbits”, den das Rodgauer Konzertorchester nicht minder mustergültig umsetzte. Die „Hobbits” wiederum dirigierte Marleen Martiny, die das Meiste mit den Händen und Armen macht und so das stattliche Tutti im Zaum und zusammen hält. Vor der weihnachtlichen Zugabe beendete Benny Goodmans „Sing, Sing, Sing” offiziell ein gelungenes Rodgauer Weihnachtskonzert, sozusagen ein würdiger Auftakt für die Feierlichkeiten im kommenden Jahr, dem 100. Geburtstag des Nieder-Röder Musikvereins.

Die Goodman-Solisten waren Klarinettistin Isabella Kohls, Schlagzeuger Dr. Johannes Kunze und Trompeter Helmut Wallner.

Sehr beeindruckt war das Publikum, als kurz vorm Ziel das gesamte Orchester quasi in vollem Groove-Galopp aufstand beim wuchtigen Spielen. Da störte auch keinen mehr, dass dadurch das taktliche Gefüge der zum Schlussakkord zusammenstrebenden finalen Registerparts leicht verrutschte. Was da folgte, war stürmischer Beifall für das Traditionskonzert.

Quelle: op-online.de

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