Bescherung um Mitternacht

Rodgau - Fastenzeit an Heiligabend oder Bescherung mitten in der Nacht: In den Rodgauer Partnerstädten werden unterschiedliche Weihnachtsbräuche gepflegt. Auf eine weiße Weihnacht müssen die Menschen allerdings hier wie dort verzichten.

Nur auf dem Markplatz von Nieuwpoort liegt eine weiße Schicht - aber aus Kunstschnee. Die künstlichen Flocken in der belgischen Partnerstadt gehören zur Dekoration des Weihnachtsmarkts, der dort bis Silvester dauert. Jede Straßenlaterne ist mit leuchtenden Sternen bestückt, „viel mehr als in Rodgau“, wie Karlheinz Berndt berichtet. Er ist Vorsitzender der Partnerschaftsvereinigung Dudenhofen/Nieuwpoort. Für winterliches Sportvergnügen ist erstmals eine Eisbahn vor dem Rathaus in Nieuwpoort-Stadt angelegt worden. Das Wetter passt allerdings nicht so recht in den Dezember: acht bis zehn Grad und sehr stürmisch. Auf die Bescherung müssen Belgiens Kinder noch etwas warten. Viele bekommen ihre Geschenke erst an Neujahr. Sie schreiben so genannte Neujahrsbriefchen an Oma und andere Verwandte und holen die Geschenke dann an Neujahr ab. Als Festtagsgericht kommt an der belgischen Küste ein schöner Fisch auf den Tisch. „Fisch ist so teuer wie sonst nie im Jahr“, weiß Berndt.

Weihnachten im Regen feiern die Menschen in Puiseaux (Frankreich). „Am Sonntag hat es in Strömen geregnet und die Wettervorhersage ist auch nicht besser“, berichtet Huguette Spahn. Sie stammt aus dem Elsass, lebt in Jügesheim und hat viele Freunde in Puiseaux. Alle Jahre wieder kommt Père Noël, der Weihnachtsmann, kurz vor Weihnachten in die historische Markthalle von Puiseaux und beschenkt die Kinder mit Süßigkeiten und Plätzchen. Nicht nur die Markthalle, auch der Eingang des Rathauses ist festlich geschmückt. Die Feier in der Familie beschränkt sich auf zwei Tage, da der 6. Dezember in Frankreich kein Feiertag ist. Heiligabend-Bescherung ist traditionell um Mitternacht. Weil das für kleine Kinder zu spät ist, erhalten sie ihre Geschenke am nächsten Morgen.

Im Lichterglanz bereiten sich die Menschen auch in Hainburg an der Donau auf das Fest vor. Der große Adventskranz auf dem Haydnbrunnen ist ebenso ein Blickfang wie der hell erleuchtete Weihnachtsbaum. Zur Weihnachtszeit in der österreichischen Partnerstadt gehören auch kulturelle Veranstaltungen. Lina Riedmayer, die Chefin und gute Seele des Partnerschaftsvereins, nennt als Beispiele das Haydnkonzert, den Adventsmarkt und die Lesungen in der Haydn-Bibliothek. Mit bis zu elf Grad ist es in Hainburg fast frühlingshaft warm. Noch vor wenigen Tagen gab es Frost und Glatteis. Unfälle auf glatten Straßen hatten etliche Knochenbrüche zur Folge.

Sonnig, trocken und mild ist das Wetter in der kroatischen Partnerstadt Donja Stubica. Temperaturen von fünf bis sieben Grad werden für die Feiertage erwartet. Ein Fontänenbecken an zentraler Stelle, das mit Unterstützung der Stadt Rodgau errichtet wurde, dient nun als Standort eines geschmückten Christbaums. Heiligabend heißt in Kroatien „Badnjak“ und wird im engsten Familienkreis gefeiert, wie Jens Treff vom Partnerschaftsverein Donja Stubica berichtet: „Fleisch ist an diesem Tag tabu. Da gefastet wird, gibt es Fisch, oft Kabeljau, oder vegetarische Gerichte.“ Um Mitternacht gehen alle zur Christmette in die Kirche. „Frohe Weihnachten“ wünscht man sich erst ab dem 25. Dezember, in der Landessprache „Sretan Boži´c“ mit Handschlag und zwei Küsschen.

(eh)

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Quelle: op-online.de

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