Spaß beim Weinfest in Rodgau 

Wolkenbruch trübt Laune nur ganz kurz

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Ein Prosit auf das Weinfest (von links): Stadtrat Franz Dürsch, Ortsvorsteher Edgar Ott, Weinkönigin Juliane Schäfer, SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Kunert, Andreas Spott von der Partnerschaft Nieder-Roden – Puiseaux und Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Nieder-Roden - Der Puiseauxplatz ist zum 18. Mal ein Weindorf auf Zeit. Noch bis zum Sonntag, 20. Juli, treffen sich dort die Freunde eines guten Tropfens. Viele Gäste kommen mehrmals, manche sogar jeden Abend. Von Ekkehard Wolf 

Erstmals dehnt sich das Weinfest bis in die Untere Marktstraße aus. Die Weinprobe unter den Marktschirmen verspricht Abwechslung. Zehn Tage reichen nicht aus, um jeden angebotenen Wein zu probieren. Vor Eis-Werner und dem Weinladen „Wein & Kunst“ sitzt man etwas abseits vom Getümmel. Die leicht erhöhte Position erlaubt einen Blick über den Platz bis zum „Brunnen der Jugend“. Dort findet man auch den einzigen Neuzugang unter den Anbietern: das Weingut Lauth & Sohn aus Großfischlingen in der Pfalz. Weinfest-Organisatorin Gabi Staak hat aus der Not eine Tugend gemacht: Weil die Bestuhlung am neuen Eiscafé den Puiseauxplatz verkleinert, hat das Weindorf in Richtung S-Bahn „angebaut“.

Zwei Stunden vor Ausschankbeginn ließ ein Unwetter am Freitag Schlimmes befürchten. Doch als die ersten Korken aus den Flaschen flutschten, war das Regengebiet weitergezogen. „Das hat bei uns Tradition: Erst kommt ein Wolkenbruch und dann ist es trocken“, erzählen Edgar Krausch und Günter Oberle vom Partnerschaftsverein Nieder-Roden – Puiseaux, der das Weinfest alljährlich ausrichtet.

Weinkönigin Juliane I. aus Flonheim

„Viele fröhliche Stunden und etwas stabileres Wetter“ wünschte Vereinsvorsitzender Andreas Spott den Gästen zur Eröffnung. Bürgermeister Jürgen Hoffmann würdigte das Fest als Beitrag zum Leben auf dem Puiseauxplatz. Auch Ortsvorsteher Edgar Ott entbot einen Gruß: „Herzlich willkommen im schönsten Stadtteil von Rodgau.“

Ein bisschen Glanz brachte Weinkönigin Juliane I. aus Flonheim (Rheinhessen) nach Rodgau. Die 17-jährige Winzerstochter Juliane Schäfer beschränkte sich nicht auf ein paar artige Worte, sondern entdeckte auch persönliche Verbindungen nach Nieder-Roden. Bekannte Gesichter fand sie am Weinstand von Hubertus Nowicki aus ihrer Heimatgemeinde und beim Weingut Hilgert aus Horrweiler: „Das sind langjährige Freunde meiner Familie.“ Eine schöne Parallele bot das Jahr 1997: Als Juliane noch in der Wiege lag, erlebte Nieder-Roden „die Geburt eines tollen, vielfältigen, genussreichen und sogar internationalen Weinfests“. Wer will da widersprechen, wenn man solche Worte aus dem Mund einer Königin hört?

Botschafterin ihrer Region

Jede Weinkönigin ist eine Botschafterin ihrer Region. Nun denn: Rheinhessen ist Deutschlands größtes Weinbaugebiet. Es liegt allerdings nicht in Hessen, sondern in Rheinland-Pfalz mit den Eckpunkten Mainz, Worms und Bingen. Allein in der Gemeinde Flonheim mit knapp 2 700 Einwohnern gibt es mehr als 25 Weingüter. Eines davon ist das „Weingut Klosterhof“, aus dem die aktuelle Weinkönigin stammt. Seit Generationen betreibe ihre Familie Landwirtschaft und Weinbau, erzählt Juliane Schäfer. Sich selbst bezeichnet sie als „sportlich, musikalisch und absolut weininteressiert“.

Aber ob sie beruflich in die Fußstapfen ihrer Eltern und Großeltern treten will, steht noch nicht fest. Nach dem Abitur im nächsten Jahr will sie entweder Sport, Jura oder Weinbau studieren. „Alle Türen sind noch offen“, sagt die 17-Jährige. Erst einmal will sie ihre zweijährige Amtszeit als Weinkönigin auskosten. 50 bis 60 Auftritte stehen ihr bevor: „Im ersten Jahr lernt man alles kennen und im zweiten Jahr kann man es genießen.“

Das Weinfest 2014

Weinfest am Puiseauxplatz

Ein Wiedersehen mit Juliane I. gibt es also wohl im nächsten Jahr. Doch auch ohne Weinkönigin treffen sich Weintrinker aus der Region heute und an den nächsten Abenden in Nieder-Roden. Das Weindorf ist täglich zwischen 18 und 22 Uhr geöffnet, am Freitag und Samstag sogar bis 23 Uhr. Wechselnde Musiker unterhalten die Gäste mit ihrem Programm. Am ersten Abend sangen Egon und Eva Roth als „Duo Vital“ unter anderem den „Weinfest-Blues“.

Quelle: op-online.de

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