Weiskircher Kerb ist weiterhin das Fest des Jahres für den Stadtteil

Begeisterung fürs Brauchtum: Weiskirchener Kerb das Fest des Jahres

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Beim Schubkarrenrennen zur Kerberöffnung wetteiferten 14 Teilnehmer am Freitag in teils spektakulären Szenen um den Sieg.

Wenn die Kerb „unser“ ist, wer ist dann „wir“? Im Fall Weiskirchen zählte am längsten Feierwochenende dieses Sommers gefühlt der halbe Ort dazu.

Weiskirchen – Vor einem Jahr zum Teil neu sortiert und doch noch immer gelebte Tradition mit bekannte Akteuren, fand die Kerb einmal mehr ihr Publikum – und auch dies wie immer: Es ist noch nicht vorbei.

Dass die bewährten Angebote weiterhin Massen in Bewegung setzen können, war schon beim Auftakt am Freitagabend zu sehen: Als der marschierende Musikverein mit dem Kerbborsch und Gefolge in Hörweite kam, gab es auf den Festbänken vor dem Feuerwehrhaus kaum noch freie Sitzplätze. „Die Kerb is do“ klatschten viele Besucher mit, stimmten mit „Jesses naa“ und „Aaner geht noch“ ein und unterstützten lautstark Dieter Horch, Wehrführer der Feuerwehr Nord, der die Kerb namens der Gastgeber als „unser“ reklamierte.

Dem Kerbborsch, kaum auf seinen improvisierten Thron gehievt, galt ein begeistertes „Oh wie bist du schön“. Der Lumpenmann bekam gleich zu Beginn seiner begrenzten Daseinsspanne einiges zu sehen. Beim Schubkarrenrennen kämpften 14 Unerschrockene auf dem Kurzparcours vor dem Feuerwehrhaus mit spektakulären Sprints und dramatischen Wendemanövern um Zehntelsekunden.

Deutlich ruhiger angehen ließ es die Kerbgemeinde am Samstag beim Musikverein. Zum Höhepunkt der Zeltkerb am alten Spritzenhaus geriet wieder der Auftritt der Hausband „Soulution“. Bis spät in die Nacht heizten die acht Musiker mehreren hundert Partygästen ein. Seit dem vergangenen Jahr hat der Musikverein auf der Bahnhofstraße Gesellschaft: Der Kirchenchor, ebenfalls ein Kerbveteran unter den Vereinen, tischte am Sonntagmorgen sein Weißwurstfrühstück auf und eröffnete später ein reichlich bestücktes Kuchenbuffet. Herzhafte Hausmannskost vom Hackbraten bis zum Wurstsalat servierten am Nachmittag die Alten Herren der Sportvereinigung. Sie boten auch wieder ihre musikalische Abteilung auf, die kickende Trompeter-Truppe „Doppel(s)pass“.

Alte Bekannte trafen Kerbgänger auf der gesperrten Hauptstraße an: Ohne die Rodgau Rangers und ihre halben Hähnchen ist die Weiskircher Kerb nicht darstellbar. Am Samstag wie am Sonntag waren die Flattermänner, zubereitet nach dem Rezept des legendären einstigen Vereinswirts Hermann Jäger, am Rummelplatz zu haben.

Der kleine Vergnügungspark wirkte neuerlich als Familienmagnet und ist der Grund dafür, dass die Ortsdurchfahrt auch heute und am Dienstag unpassierbar bleibt. Ansonsten bietet der Montag Gelegenheit zum Kräftesammeln, denn am Dienstagabend steht der Endspurt an: Gegen 18 Uhr gehen am alten Spritzenhaus die Zapfhähne in Betrieb, damit bis 23 Uhr die nötige Betriebstemperatur erreicht ist. Dann wird der Kerbborsch in den Flammen das Zeitliche segnen.  

zrk

Quelle: op-online.de

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