Andrea Romero

Ein Tattoo, das Leben retten kann – Tätowiererin startet Gratis-Aktion

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Dieser Hinweis kann im Notfall ein Leben retten.

In dem Tattoo-Studio „Whitecherry“ in Weiskirchen wird auf Haut gemalt. Manche Bilder können sogar Leben retten. 

Weiskirchen – Für die meisten Menschen sind Tätowierungen eine Art Körperschmuck – auch wenn die Muster und Bilder auf der Haut längst nicht jeder schön findet. Es bleibt Geschmackssache, ob jemand seinen Leib auf diese Weise verziert sehen möchte. Unabhängig jedoch vom optischen Aspekt können Tätowierungen sogar Leben retten. 

Deswegen lässt sich der Jügesheimer Gastronom Jürgen Herr „Diabetes Typ 2“ auf die Arminnenseite am Handgelenk tätowieren. Seit etwa 15 Jahren lebt er mit der Zuckererkrankung. „Wenn jemand in einem Notfall nicht mehr ansprechbar ist, sehen die Retter sofort, was dahinter stecken könnte“, meint der Koch, der das Lokal „Journal“ in Jügesheim betreibt.

Weiskirchen: Diabetis-Tattoo kann Leben retten

Dem Gastwirt sind solche Diabetiker-Tattoos schon häufiger begegnet. Andrea Romero findet die Idee, auf diese Weise vielleicht Leben zu retten, echt überzeugend. Deswegen hält sie es für eine gute Sache, Diabetiker gratis mit einer dauerhaften Markierung zu versehen. „Ich habe auch schon die Blutgruppe tätowiert“, erzählt sie.

Jürgen Herr mit der frischen Tätowierung, die ihm Andrea Romero verpasst hat. 

Seit zwei Jahren betreibt die 39-Jährige ihr Studio „Whitecherry“ an der Schillerstraße in Weiskirchen: Dort tätowiert sie und macht Piercings. Die gelernte Arzthelferin ist fasziniert davon, „auf Haut zu malen“, wie sie erzählt. Auch ihr Körper ist sichtbar mit zahlreichen farbigen Zeichnungen verziert. „Ich verbinde mit jeder Einzelnen etwas“, verrät die Studioinhaberin. Die Kundschaft, die sich bei ihr einfindet, ist ebenso bunt gemischt wie deren Alter: „Von 18 bis zur Oma“, berichtet Romero.

Weiskirchen: Gelernte Arzthelferin betreibt Tattoo-Studio

Weil Jürgen Herr schon in früheren Sitzungen am eigenen Leib erfahren hat, wie es sich anfühlt, mit der Tätowiermaschine behandelt zu werden, weiß er ganz genau, was auf ihn zukommt. Denn auf die Frage, ob das Stechen wehtut, antwortet Andrea Romero unumwunden mit „Ja“. Sie vergleicht das ziepende Gefühl mit dem Zupfen der Augenbrauen.

Die ganze Prozedur dauert bei Jürgen Herr ungefähr 15 Minuten. Der 53-jährige Koch ist tapfer und beißt die Zähne zusammen. Endlich steht „T2 Diabetes“ auf der Innenseite des Arms überm Handgelenk.

Eine spezielle Creme unter einer Klarsichtfolie schützt die frisch tätowierte Haut, die sich erst wieder erholen muss. Nach drei Stunden kann die Folie entfernt werden. Doch noch zwei Wochen lang müssen Tätowierte Sorge tragen, dass kein Dreck die Stelle verunreinigt und sich nichts entzündet. „Wie bei einer Wunde eben“, erklärt die Tätowiererin.

Kontakt zu Andrea Romero: 0163 7572150.

Von Simone Weil

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Quelle: op-online.de

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