Weiskircher fühlen sich blockiert

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Die Fahrbahndecke zwischen Jügesheim und Hainhausen wird abgefräst und neu aufgebaut. 

Weiskirchen - „Das ist praktisch die Total-Blockade.“ Der Gewerbevereinsvorsitzende Michael Hügel brachte gestern mit deutlichen Worten auf den Punkt, was viele Weiskircher genau so empfanden. Von Bernhard Pelka

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Wegen der großen Straßenbaustelle zwischen Hainhausen und Jügesheim ist der Stadtteil seit gestern nur noch über die Fegro oder das Industriegebiet jenseits der Schillerstraßenbrücke erreichbar. Wenigstens wurde morgens noch die Einbahnregelung der Burgstraße aufgehoben. Das erleichterte den innerörtlichen Verkehr nach Hainhausen etwas. Die Burgstraße ist allerdings sehr eng. Dazu parken dort noch Autos. Und über die sanierungsbedürftige Brücke dürfen keine schweren Lkw fahren.

Große Umleitungsschilder machen deutlich: Weiskirchen ist seit gestern schwer erreichbar. Geschäftsleute klagen, sie hätten gerade erst eine Dauerbaustelle vor ihrer Tür verkraften müssen - und jetzt das.

Michael Hügel macht dem Rodgauer Ordnungsamt absolut keinen Vorwurf. „Die haben uns rechtzeitig informiert und dann wenigstens die Burgstraße noch in die andere Richtung auf gemacht.“ Generell sei die Situation für Handel und Gewerbe aber mehr als belastend. Gerade erst hätten die Geschäftsleute der Hauptstraße die Dauerbaustelle auf der Alfred-Delp-Straße und damit 18 Monate Einbußen hinnehmen müssen. „Und jetzt das.“
Noch bis kommenden Montag wird die Fahrbahndecke der August-Neuhäusel-Straße ab Wilhelm-Leuschner-Straße und der Alfred-Delp-Straße bis zur Weiskircher Straße abgefräst und neu aufgebaut - Vollsperrung. Auch die Abfahrt Jügesheim/Hainhausen/Weiskirchen von der B 45 ist dicht! Autos werden eine Abfahrt weiter umgeleitet. Von Jügesheim aus kann man ab Weiskircher Straße allerdings auf die B 45 fahren.

Abfahrt von der B 45 gesperrt

Manche Schilder nehmen es mit der Rechtschreibung nicht so genau. Vielleicht stammt das Schild „Weißkirchen“ noch von einer Baustelle im Taunus. Denn einer der vier Stadtteile von Oberursel ist tatsächlich „Weißkirchen“ mit scharfem „S“.

Der Gewerbevereinsvorsitzende wird Ende dieser Woche mit den Geschäftsleuten der Hauptstraße eine vermutlich düstere Bilanz ziehen, „was uns das wieder gekostet hat“. Hügel selbst ist in Weiskirchen Seniorchef einer Firma für Werbetechnik und erlebte gestern Morgen nicht nur einmal, dass Kunden ihn anriefen und entnervt fragten: „Wie komme ich zu euch?“ Der Unternehmer fürchtet, dass die Situation ein bitterer Vorgeschmack auf die Zeit ist, zu der die Rodgau-Ringstraße ausgebaut sein und um Weiskirchen herumführen wird. „Dann sind wir wirklich abgeschnitten.

Quelle: op-online.de

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