Weiskircher Kerb

Blasmusik in der Budengasse

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„Die Weiskircher Kerb is do“, intonierte der Musikverein beim Umzug vom Kinderkarussell zum Feuerwehrhaus.

Weiskirchen (eh) - „Wem ist die Kerb? Unser!“ Erst ein bisschen zaghaft, dann aber zunehmend kräftiger tönte der Schlachtruf zur Eröffnung der Weiskircher Kerb am Feuerwehrhaus.

„Na, klappt doch“, kommentierte Kerbvater Hermann Jäger zufrieden.  Seine Kerbrede hielt er frei von politischen Anspielungen („Das bringt nur Ärger“) und würzte sie stattdessen mit deftigen Witzen. Der Text gipfelte in dem Reim: „Guter Mond du ziehst dahin, hast keinen Grund zur Klage.

Du bist im Monat einmal voll, doch an Kerb sind wir’s fünf Tage. Prost!“ Zuvor hatten Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr den strohgefüllten „Kerbborsch“ von der Hauptstraße abgeholt. Nach ein paar Runden auf dem Kinderkarussell marschierten sie mit dem Musikverein zum Feuerwehrhaus.

Ganz schön schwer: Die Schubkarre mit Übungspuppe war vor dem Schubkarrenrennen ein Anziehungspunkt für die Jüngsten.

Mit Engelszungen versuchte Dieter Horch, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Freiwillige für das Schubkarrenrennen zu gewinnen. „Weiskircher, bewegt euch“, appellierte er an die Gäste. Doch die ließen sich lange bitten. Fast eine Stunde dauerte es, bis acht Teilnehmer auf der Liste standen. Unterdessen nutzten Kinder die aufgestellten Kegel für Slalomfahrten mit Laufrad und Roller. Auch die beiden Feuerwehr-Übungspuppen, die in den Schubkarren lagen, weckten das Interesse der Jüngsten. Horch: „Vielleicht lassen wir das nächstes Jahr mit den Erwachsenen und machen ein Bobbycar-Rennen, dann haben wir keine Probleme.“

Merz gewinnt Schubkarrenrennen mit 9,3 Sekunden

Spannend wurde es dann doch noch. Nicolai Merz entschied das Schubkarrenrennen mit 9,3 Sekunden klar für sich, gefolgt von Mario Sattler (11,28) und Sebastian Murmann (12,06). Auch die schnellste Frau bekam einen Preis: Andrea Kress gewann barfuß in 16 Sekunden den Wettlauf mit gegen Andrea Röllig. Zum Schluss kam es noch zu einem spontanen Vater-Tochter-Duell, bei dem Papa den Nachwuchs gewinnen ließ.

Mehrere hundert Gäste genossen die laue Sommernacht am Feuerwehrhaus mit Musik bis 1 Uhr. Auch die Angebote der anderen Vereine am Samstag und Sonntag waren gefragt: Kerbbraten bei den Musikern im „Bankenviertel“, Forelle auf dem Hundeplatz oder Weißwurst beim Kirchenchor. Halbe Hähnchen nach Hermann-Jäger-Art bereiteten die Hobbyfußballer der Rodgau Rangers zu: 20 Minuten in der Fritteuse, dann noch mal kurz kross gebacken - nur das Rezept der Würzmischung bleibt weiterhin geheim.

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Weiskircher Kerb: Blasmusik in der Budengasse

Recht zufrieden mit dem Besuch der Kerb zeigte sich Peter Stein, der alle Jahre wieder den Vergnügungspark organisiert. „Es könnte ein paar Grad kühler sein“, meinte der Mann am Autoscooter, für den der Badesee eine ernst zu nehmende Konkurrenz bedeutet. Neben dem Wetter wirkt sich auch die Urlaubszeit aufs Geschäft aus: „Man merkt, dass einige Kinder nicht da sind. Im letzten Jahr war die Kerb am Ferienende.“ Der Schausteller aus Urberach, dessen Opa schon mit einem Karussell unterwegs war, ist auf den Volksfesten der Region seit Jahrzehnten eine feste Größe, seit er sich als 21-Jähriger selbstständig machte.

Die Weiskircher Kerb ist das erste der fünf Kirchweihfeste in Rodgau, die sich über den Zeitraum von August bis November erstrecken. Für Peter Stein geht diese Zeit viel zu schnell vorbei: „Ruckzuck ist es so weit bis zur Kerb in Dudenhofen.“ Vor wenigen Tagen wurde er in Offenbach sogar gefragt, wann er wieder Glühwein ausschenkt.

Quelle: op-online.de

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