Welches schmeckt am besten?

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Der Spitzweck des Rodgauer Bäckermeisters Wolfgang Schäfer (rechts) war beim „WISO“-Brötchentest unschlagbar. In dem schmackhaften Qualitätsvergleich setzte sich das Handwerk klar gegen die Massenware durch.

Rodgau / Mainz - Handwerk gegen Discounter, Bio gegen Großbäckerei, Frische gegen Aufback: welches Brötchen schmeckt am besten? Das ZDF Verbrauchermagazin „WISO“ (Sendung gestern Abend) hat das beliebteste Frühstücksgebäck der Deutschen getestet: Weizenbrötchen. Von Bernhard Pelka

In der Blindverkostung von zwölf Produkten musste sich die Massenware dem Handwerk klar geschlagen geben. Gewonnen hat Bäcker Wolfgang Schäfer aus Rodgau mit seinem Spitzweck. Schäfer nahm an dem Qualitätsvergleich als Vertreter des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks teil. Die Großbäckerei Kamps belegte Platz zwei, knapp vor dem Europameister des Backhandwerks Marc Mundri. Ihm folgten die Biobäckereien Siebenkorn (Platz 4) und Kaiser (Platz 5).

Im Rennen traten außerdem gegeneinander an: Die Aufbackbrötchen von Golden Toast (Platz 11) und Aldi Nord (Platz 10), die Tiefkühlbrötchen von Coppenrath & Wiese (Platz 6) und REWE (Platz 12) und die Brötchen der Großbäckerei BACK-FACTORY (Platz 7). Ebenso stellten sich LIDL (Platz 8) und Aldi Süd (Platz 9) mit ihren Produkten aus den Backstationen der Filialen dem Vergleich.

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Die Hersteller selbst saßen in der Jury und bewerteten Aussehen, Geruch, Geschmack und wie knusprig die Backware ist. Ist das Brötchen frisch oder lasch? Schmeckt es natürlich? Sieht es appetitlich aus? Hat es eine schöne Bräune? Steigt der typische Brötchenduft auf oder muffelt es? Die Preisspanne der getesteten Weizenbrötchen lag zwischen sechs und 42 Cent.

Der Back-Experte aus Rodgau kritisiert scharf

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„Ich bin stolz und zufrieden, dass unter den ersten Fünf vier Vertreter des klassischen Bäckerhandwerks sind“, kommentierte Schäfer das Ergebnis. Sein Spitzweck erzielte 96 Punkte, die Kamps-Brötchen 86, Europameister Marc Mundri mit seinem Produkt 83. Schäfer zufolge rechtfertigt dieses Ergebnis den höheren Preis der Handwerkerware. Und er sieht sich darin bestätigt, „dass Qualität sich auszahlt“. Der Back-Experte aus Rodgau kritisiert scharf, dass Massenware zum Teil aus Teig-Rohlingen aufgebacken werde, „die aus Übersee und Osteuropa kommen“. Die eingefrorene Ware sei „teils tausende Kilometer unterwegs, bis sie hier in den Backstationen aufgebacken wird“. Dies sei im Sinne einer ökologischen Nachhaltigkeit bei der Produktion nicht erstrebenswert. Das Credo des Rodgauer Bäckermeisters: „Rohstoffe und Produkte aus der Region - Arbeitsplätze für die Region.“

Nicht anfreunden kann sich der Inhaber diverser Bäckereifilialen im Kreis Offenbach auch mit den Zusatzstoffen, die Backwaren aus Massenfertigung zuweilen unnatürlich lange haltbar machen. „Ich hatte neulich ein Brot aus industrieller Fertigung in der Hand, das war nach acht Wochen noch elastisch fast wie am ersten Tag. Das kann nicht sein. Es müssen Enzyme zugegeben worden sein.“

Quelle: op-online.de

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