Nieder-Roden

Wenn der vorderste Tisch beinahe an die Tafel stößt

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Auch unter beengten Verhältnissen kann man lernen: Gudrun Bickert und ihre Klasse 2 c.

Acht Schulklassen lernen unter beengten Bedingungen in BürocontainernLernen in der Großbaustelle: Schule am Bürgerhaus Nieder-Roden wird nach 50 Jahren saniert

Nieder-Roden (eh) - Rund 200 Kinder der Schule am Bürgerhaus lernen in Klassenräumen aus Blech. Die lange erwartete Schulsanierung hat begonnen. Für ein Jahr wir die Grundschule zur Großbaustelle. Danach sollen die rund 50 Jahre alten Gebäude wieder fast so schön wie neu sein. Der Umbau beschert der Schule auch größere Räume für die Nachmittagsbetreuung.

Zwei Reihen an Bürocontainern wurden zu behelfsmäßigen Klassenzimmern zusammengeschraubt. Acht Klassen des 2. bis 4. Schuljahrs lernen dort Deutsch, Rechnen und Sachkunde. In den kleinen Räumen geht es eng zu. Der vorderste Schülertisch stößt fast an die Tafel. Jedes Eckchen ist ausgenutzt, um Unterrichtsmaterial griffbereit zu halten. Turnbeutel hängen hinter der Tafel. Und wenn die Kinder nach der Pause ihre Schuhe wechseln, um den Boden zu schonen, geht das nur in Etappen, so wenig Platz ist vor dem Schuhregal. Die nachfolgenden Klassenkameraden warten draußen vor der Tür.

Auch auf dem Außengelände steht nur ein Bruchteil des gewohnten Raums zur Verfügung. Die Notklassenzimmer blockieren fast den kompletten vorderen Schulhof. Neben dem Spielplatz sieht es fast aus wie im Containerhafen: Hinter Bauzäunen steht eine Reihe an Seecontainern, in denen ausgelagertes Material verstaut ist.

„Mittlerweile hat es sich eingespielt, dass die Kinder wissen, sie haben nur noch einen Teil des Schulhofs“, berichtet Schulleiterin Margarethe Elster. Baumfällarbeiten sorgten am Mittwoch für zusätzliche Behinderungen.

Die Schule wird einer Grundsanierung unterzogen: „So wie man ein Gebäude, das demnächst 50 Jahre alt wird, angehen muss“, wie Rektorin Elster erläutert. Im Jahr 1958 war der erste Gebäudeteil bezogen worden, 1962 wurde die Schule eingeweiht.

Zunächst haben sich die Baufirmen das „Gebäude zwei“ vorgenommen, das zum Friedhof hin gelegen ist. Wärmeschutz, Sonnenschutz und die Erneuerung sämtlicher Leitungen stehen auf dem Programm. Die alten Einbauschränke werden entfernt, Wand- und Deckenverkleidungen erneuert. Die Fensterfronten werden nur zum Teil ausgetauscht: „Neue Fenster haben wir ja vor einigen Jahren bekommen“, sagt Margarethe Elster.

Der erste Gebäudetrakt soll im Juni wieder benutzbar sein. Anschließend wird das vordere Gebäude, in dem auch die Verwaltung untergebracht ist, um einen Anbau für die Betreuung und um neue Sanitärräume erweitert. Die Rektorin hofft: „Spätestens am Ende des Kalenderjahres können alle Räume wieder bezogen werden.“

FAKTEN

 Bauzeit: 12 Monate.

 Kosten: 1,8 Mio. Euro.

 Die Sanierung umfasst u.a. Böden, Decken, Türen, Wände, Brandschutz, Elektro und Haustechnik.

 Die Schule am Bürgerhaus gehört zu den letzten der rund 50 Schulen im Ostkreis, welche die Firma Hochtief PPP Schulpartner GmbH baulich saniert.

Quelle: op-online.de

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