Laufbahn von Regen aufgeweicht

24-Stunden-Lauf vorzeitig beendet

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Begegnung mit einem Handball-Idol: Marcel Wollnik von der E-Jugend der TG Hainhausen und der ehemalige Weltmeister Joachim Deckarm, der seit einem Sportunfall im Rollstuhl sitzt.

Dudenhofen - Der 24-Stunden-Lauf „Gemeinsam mit Behinderten“ musste am Sonntag erstmals vorzeitig enden. Stundenlanger Regen hatte die Laufbahn im Sportzentrum Dudenhofen in eine Matschpiste verwandelt.

Der Wolkenbruch begann um 4 Uhr nachts. Dann ging er in Dauerregen über. Die Sportler ließen sich davon nicht beirren. 31 Mannschaften und fünf Einzelläufer liefen eisern weiter. Sie drehten Runde um Runde, bis es nicht mehr ging: Kurz nach 6 Uhr wurde der Lauf nach einer kurzen Mannschaftsbesprechung unterbrochen. Zwei Stunden später folgte die nächste Krisensitzung. Ihr Ergebnis: Das Rennen ist gelaufen. Die Beratung war von Harmonie geprägt, wie Lothar Mark von „Gemeinsam mit Behinderten“ (GmB) berichtet: „Alle Abstimmungen waren einvernehmlich.“ Es ging ja nicht nur darum, dass die Freude auf der Strecke bleibt, wenn man sich mühsam durch den Matsch quält. Die aufgeweichte 400-Meter-Bahn stellte auch ein hohes Verletzungsrisiko dar.

Bereits der Start am Samstag um 12 Uhr war in Matsch und Nässe vonstatten gegangen, nachdem es am Vormittag ausgiebig geregnet hatte. „Die Drainage funktioniert schon seit Jahren nicht mehr richtig“, weiß Heiner Hillesheim vom TSV Dudenhofen. Bis zum Abend hatten die Sportler die Bahn weitgehend „trockengelaufen“. Doch der nächtliche Regen gab der Piste den Rest. „Die Schlümpfe“ waren bereits früher an ihre Grenzen gestoßen. Sie verabschiedeten sich nach 345 Platzrunden um Mitternacht. Von anfangs zehn Läufern waren nur noch vier übrig.

„We Are the Champions“ klang es am Sonntag um 9.15 Uhr zur Ehrenrunde aus den Lautsprechern. Zur frühen Stunde waren noch nicht die üblichen Zuschauermassen auf dem Platz. Der Applaus für die Helden des Wochenendes fiel etwas dünner als sonst aus - aber er kam von Herzen.

24-Stunden-Lauf in Dudenhofen: Bilder

Regen beendet 24-Stunden-Lauf

Bei der Siegerehrung sah man nur noch frohe Gesichter. Beifall löste die Nachricht aus, dass trotz des Abbruchs mehr als 100.000 Euro an Spenden für die Behindertenarbeit zusammengekommen waren. Bis zum Nachmittag stieg die Summe sogar auf 115.067 Euro, auch dank vieler Kleinbeträge von privaten Spendern. Der Pfarrer hatte in der Kirche verkündet, das Spendenzelt sei weiterhin geöffnet. Auch die Giesemer Trottwa-Lersche trugen mit ihrem mitreißenden Frühschoppengesang zu dem guten Ergebnis bei. Ein Spender lobte 500 Euro aus, wenn die Gruppe eine Viertelstunde länger sänge. Gesagt, getan!

Vom Startschuss bis zur Siegerehrung erlebte Handball-Legende Joachim Deckarm die Atmosphäre des 24-Stunden-Laufs und die Begegnung mit vielen Menschen. Sein Schlusswort auf der Bühne: „Danke, dass ich dabei sein durfte.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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