Widerstand gegen Rodau-Renaturierung

Dudenhofen (eh) ‐ Die geplante Rodau-Renaturierung zwischen Opelstraße und Jugendhaus stößt in Dudenhofen auf Widerstand. „Da macht man ein Freizeitgebiet kaputt, das stark genutzt wird“, befürchtete Karl-Heinz Mahr (CDU) im Umweltausschuss.

Auf dem Bolzplatz sei sogar im Winter täglich Betrieb. Für rund 90.000 Euro könne man an anderer Stelle mehr für die Rodau tun. Bereits letzte Woche hatten CDU und SPD im Ortsbeirat das Vorhaben abgelehnt. Die SPD-Stadtverordnetenfraktion ist aber nun offenbar dafür. Der Magistrat will einen 100 Meter langen Bachabschnitt mit Schleifen und Windungen versehen. Auf zwei kleinen Inseln sollen Bäume stehen bleiben. Künstliche Hindernisse sollen die Fließgeschwindigkeit verändern. Der Plan sieht vor, dass ein 13 Meter breiter Uferstreifen auf diese Weise umgestaltet wird.

Der Umbau soll dazu beitragen, die Rodau als Lebensraum aufzuwerten. Die Gewässerstruktur der Rodau gilt derzeit als „sehr stark verändert“, das ist die zweitschlechteste von sieben Stufen. Die Stadt strebt die Strukturgüteklasse drei („mäßig verändert“) an. Außerdem will Stadtrat Michael Schüßler (FDP) das leere Ökopunkte-Konto der Stadt Rodgau mit rund 200.000 Punkten auffüllen. Dieses Guthaben könnte die Stadt als Naturausgleich bei künftigen Bauvorhaben einsetzen.

Mahr: Viel Aufwand für wenig Nutzen

Der Preis dafür ist den Kritikern aus Dudenhofen zu hoch. Der Bolzplatz wird kleiner, der asphaltierte Radweg zum Rodau-Steg wird durch einen Weg mit „wassergebundener Decke“ ersetzt, zehn der 32 Erlen werden abgeholzt. Außerdem muss man die Straßenlaternen abbauen und nach den Erdarbeiten wieder installieren. Viel Aufwand für wenig Nutzen, finden Karl-Heinz Mahr und seine Parteifreunde. Es sei schwer einzusehen, einen guten Radweg für teures Geld durch eine schlechtere Bauweise zu ersetzen. Die abzuholzenden Bäume stünden ebenfalls seit vielen Jahren.

Auch die SPD habe mit sich gerungen, gab Fraktionsvorsitzender Stefan Vogler (Dudenhofen) im Umweltausschuss zu verstehen. Es gebe aber wohl keine andere Möglichkeit, etwas an der Rodau zu verbessern. Karin Wagner (Bündnis 90/Grüne) bezeichnete die Rodau-Renaturierung an dieser Stelle als „sehr sinnvolle Maßnahme“.

Gewisser Vorrat an Ökopunkten ist notwenig

Seit 2004 hat die Stadt Rodgau den Bach an fünf Stellen aus seinem Kanalbett befreit, ein sechster Abschnitt auf Höhe der August-Neuhäusel-Straße in Hainhausen wird demnächst umgebaut. Auf weiten Strecken ist eine naturnahe Gestaltung nur schwer möglich, weil das dickste Rohr der Kanalisation („Hauptsammler“) direkt neben dem Bachbett verläuft. Die Parkanlagen in Jügesheim und Dudenhofen sind bereits durch das 2004 beschlossene Konzept eines Rodau-Parks festgelegt.

Außer dem kurzen Bachabschnitt an der Opelstraße sind nach Darstellung des Stadtrats Schüßler nur noch zwei Stellen zur Renaturierung übrig: die illegalen, aber vom Kreis geduldeten Kleingärten im Überschwemmungsgebiet „Breitwiese“ bei Nieder-Roden und ein großes Naturschutzgebiet bei Rollwald. Beide Bereiche befinden sich in Privateigentum.

Dass ein gewisser Vorrat an Ökopunkten notwendig sei, steht für Schüßler außer Frage. Allein zur Bebauung des Gewerbegebiets N 27 bei der Johanniter-Unfallhilfe seien 450.000 Ökopunkte nötig.

Quelle: op-online.de

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