Wiener Melodien entzückten Publikum

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Einen bunten Strauß bekannter Melodien band der AGV Volkschor im Bürgerhaus Dudenhofen.

Dudenhofen ‐ Zum musikalischen Streifzug durch die Städte Europas lud der AGV „Volkschor 1925“ ins Bürgerhaus. Ein doppeltes Jubiläum wurde gefeiert: der 85. Geburtstag des Chors und das 25jährige des Chorleiters und Urgesteins Fritz Klein. Von Eva Schumann

Berlin als erste Station und Heimat Paul Linckes hatte nicht nur die berühmte Luft, sondern auch Außerirdisches zu bieten. Der „Chor der Mondelfen und Sternbilder“ entführte das Publikum auf den Mond, dem Lincke in seiner Operette „Frau Luna“ huldigt. Doch folgte gleich die Warnung „Schlösser, die im Monde liegen, bringen Kummer, lieber Schatz“. Die Sopranistin Daniela Zanger verkündete sie mit unwiderstehlichem Charme. So geriet auch der Chor richtig in Stimmung, um der Bitte „Schenk mir doch ein kleines bisschen Liebe“ neckische Überzeugungskraft zu verleihen. Natürlich durften weitere Hits wie „Lass den Kopf nicht hängen“, die „Berliner Luft“ und Walter Kollos Lindenmarsch nicht fehlen. Klein hatte auch die Vertreter der Gesangsabteilung KSV Urberach gut integriert.

Von „Fremdenführer“ Heinz Karnbach humorvoll geleitet, gelangte man nach Wien. Diplom-Kapellmeister Winfried Siegler-Legel, der am Klavier begleitete, hatte bekannte Wiener Melodien zum nostalgischen Strauß gebunden. „Wien, Wien, nur du allein“, „Nichts Schönres als ein Wienerlied“ und „Frühling in Wien“ sang der Chor. Die Sopranistin ließ im Prater die Bäume blühen und mit dem Tenor Daniel Sans die Lippen schweigen. Sie wusste ihren Partner nach allen Regeln der Kunst zu bezirzen, und bald wiegten sich beide im Walzertakt, nachdem sie einander versichert hatten „Ich hab dich lieb“.

In feuerrotem Gewand sang die Sopranistin

Beschwipst ging es zu in Grinzing. Auch der Zigeunerbaron kam zu Wort: „Ja, das alles auf Ehr“. Das war schon der Anknüpfungspunkt für Budapest. Die Funken von Emmerich Kálmán, Franz Lehár und Fred Raymond zündeten nicht nur bei den Chorsätzen „Hören wir Zigeunergeigen“ und „Lustige Zigeunerweisen“, sondern vor allem bei den Solopartien. In feuerrotem Gewand, mit wahrem Paprika-Temperament, sang die Sopranistin „Hör ich Cymbalklänge“, und der Pianist zauberte dazu die cimbalistischen Arpeggien und Tremoli. Mit Stirnküssen sorgte die Sängerin dafür, dass es auch einigen Herren im Publikum „enge ums Herz“ wurde. Zur Enttäuschung der Damen beschränkte sich Sans darauf, mit dem Chor den „Zigan“ aus „Gräfin Mariza“ zum Vorspielen aufzufordern. Sein wohlklingender Tenor machte die Enttäuschung wett.

Mit Trinklied aus „La Traviata“ das Publikum in Schwung gebracht

Mit Verve wurde schließlich „Die Juliska aus Budapest“ gefeiert. In Rom, bei Puccini, Verdi und Millöcker, endete die Reise. Die Sopranistin wandte sich herzerweichend an „mio Babbino caro“ und riss bei der Millöcker-Tarantella „Anzoletto“ tänzerisch beschwingt auch den Chor mit. Sans zitierte Maestro Puccini mit „Recondita Armonia“ und „Nessun Dorma“. Von Siegler stammte die Bearbeitung des Schlagers „Komm herab, oh Madonna Theresa“. Alle Mitwirkenden brachten zum Schluss mit dem Trinklied aus Verdis „Traviata“ das Publikum in Schwung. Kein Wunder, dass nach heftigem Applaus noch zweimal ein Zigeuner aus der „Csárdásfürstin“ herbei gelockt wurde.

Quelle: op-online.de

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