Wildwuchs beseitigt

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Rico Mühlig aus Weiskirchen sorgte als Mitarbeiter der Gartenpflegefirma Biagio Forcinito am Rodauufer für freie Sicht.

Rodgau - Drei Wochen lang haben Mitarbeiter des Weiskircher Gartenpflegebetriebs Biagio Forcinito im Auftrag der Stadt das Ufer der Rodau von Wildwuchs befreit. „Wir wollen, dass die Spaziergänger nicht behindert werden“, begründet Erste Stadträtin Hildegard Ripper die Maßnahme. Von Bernhard Pelka

Forcinitos Männer fanden bei der Aktion auf den etwa zwölf Kilometern unzählige Flaschen, stapelweise weggeworfene Prospekte und anderen Müll. Die Messer der Kreiselmäher waren fast jeden Tag kaputt.

Unterdessen hat das Parlament die vorerst letzte Renaturierungsmaßnahme an der Rodau beschlossen. 115 000 Euro werden ausgegeben für die naturnahe Gestaltung der 310 Meter zwischen Udenhoutstraße in Weiskirchen und Autobahn A 3. Das Bachbett wird dort im kommenden Winter verbreitert. Dafür müssen vier bis fünf Weiden abgeholzt werden.

Die Rodau ist 28 Kilometer lang, entspringt aus mehreren Quellen bei Urberach im Wald und durchquert Urberach, Ober-Roden, alle fünf Rodgauer Stadtteile, Obertshausen, Lämmerspiel und Mühlheim, um dort im Main zu verschwinden.

Durch Veränderung der Böschungsneigung und den Bau von Buchten soll sich das Gewässer „eigendynamisch strukturreicher weiterentwickeln“, erläutert der Magistrat die Aktion. Auch würden in den Bach Inseln aus totem Holz eingebracht. Um das Bachbett verbreitern zu können, mussten für rund 40 000 Euro Grundstücke (meist Ackerland) gekauft werden. Der Quadratmeterpreis betrug 5,11 Euro.

Während eines Praktikums bei der Stadt Rodgau hat die Biologiestudentin Sabrina Müller einen Bericht zur Renaturierung der Umwelt verfasst. Dieser Bericht enthält unter anderem die Ergebnisse von Gewässeruntersuchungen.

Der Zustand der Rodau wurde im Oktober 2003 vor Beginn erster Renaturierungsarbeiten an fünf Stellen in Jügesheim, Hainhausen und Weiskirchen untersucht. Ergebnis: Wasserqualität der Güte II-III (kritisch belastet). Bedenklich war vor allem der Saurerstoffmangel. Im September 2005 (nach den ersten Renaturierungen) hatte sich dies zum Positiven entwickelt. Die Güteklasse verbessert sich im Bachverlauf bis Weiskirchen nun auf Stufe II (mäßig belastet). Verheerend wirkte sich allerdings die kriminelle Einleitung von Pflanzengift im Juni 2008 aus: Fischsterben.

Quelle: op-online.de

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