Bürgergarten bietet keinen geordneten Anblick mehr

Wildwuchs oder Bienenweide?

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Von den geordneten Beeten der Anfangszeit ist im Bürgergarten nicht mehr viel zu sehen.

Dudenhofen - Im Bürgergarten an der Freiherr-vom-Stein-Straße sind wieder Beete frei. Von zwölf Parzellen sind nur acht belegt. Die Folge: Wildstauden wachsen ungehindert, die hölzerne Sitzbank ist zum Teil überwuchert. Von Ekkehard Wolf 

Doch der Garten hat auch seine schönen Seiten: Sonnenblumen wachsen meterhoch und reife Tomaten warten nur darauf, dass man sie erntet. Das Durcheinander ist einigen Dudenhöfern ein Dorn im Auge. „Das ist eine Katastrophe, wie der Garten aussieht“, schimpft Winfried Jäger, ein Leser unserer Zeitung: „Da wachsen Schissmellen (Gartenmelde, ein Gänsefußgewächs, die Red.), die sind zwei Meter hoch. Durch die Samen wird das ganze Umfeld verseucht.“

Auch ein Altersjubilar aus dem angrenzenden Wohngebiet nutzte die Chance zur Kritik, als Bürgermeister Jürgen Hoffmann ihm zum Geburtstag gratulierte.

„Natürlich ist es nicht die Zielsetzung eines Bürgergartens, dass dort unkoordiniert Kraut wächst“, sagt Hoffmann. Dennoch habe der Wildwuchs ökologischen Wert. Auch sogenanntes Unkraut liefere Nahrung für Vögel und Insekten, nicht zuletzt für die Bewohner des Insektenhotels an der Freiherr-vom-Stein-Schule: „Ein paar Meter weiter sieht es auf privaten Grundstücken nicht anders aus.“ Stadt-Pressesprecherin Sabine Hooke ergänzt, „dass auch eine verblühte Blume noch ihren Wert hat“.

Mit großen Erwartungen hatte die Stadt den Bürgergarten vor drei Jahren angelegt. Sie wollte den großstädtischen Trend des „Urban Gardening“ auf Rodgau übertragen: als Betätigungsfeld für Garteninteressierte, die nicht über einen eigenen Garten oder begrünten Balkon verfügen. Ein Teil der Wiese am Jugendhaus schien dafür genau richtig. Die Stadtwerke bereiteten den Boden vor, montierten einen Zaun und stellten einen Wassertank auf, der regelmäßig nachgefüllt wird.

Gärtnern mit dem Smartphone: Apps rund um das Beet

Das Interesse am Bürgergarten war anfangs so groß, dass die zwölf Parzellen ausgelost werden mussten. Im Frühjahr 2015 wurden die ersten Radieschen eingesät.

Zweieinhalb Jahre später liegt ein Drittel der 320 Quadratmeter brach. Von der Absicht, einen weiteren Bürgergarten gegenüber des Bürgerhauses Nieder-Roden anzulegen, ist keine Rede mehr. Ein gescheitertes Experiment? Bürgermeister Hoffmann sieht es anders: „Für diejenigen, die ihn bewirtschaften, ist der Bürgergarten wichtig.“ Er verweist auf das Beispiel der Streuobstwiesen: Auch sie hätten sich aus kleinen Anfängen zu ihrer heutigen Größe entwickelt.

Quelle: op-online.de

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