Windelparade durch das Rathaus?

Rodgau - (fma) Der Ärger um die Windelentsorgung in Rodgau geht weiter. Obwohl die Stadt mit der Aufstellung eines Windelcontainers am Recyclinghof in Jügesheim auf Beschwerden einer Bürgerinitiative reagiert hatte, bleibt deren Forderung gleich. Die Mitglieder wollen für alle Betroffenen Windeltonnen, zum Beispiel für inkontinente Bürger und Familien mit Kleinkindern.

Jürgen Duchscherer ist sauer. „Die Situation ist untragbar, mittlerweile finden sich Windeln in öffentlichen Mülltonnen“,klagt der Sprecher des VdK Rodgau. Den Container am Recyclinghof hält er für ungenügend, wie auch Marion Krause. Als Großmutter eines Hosenmatzes ist sie der Kopf einer Gruppe der Internetgemeinschaft „Wer kennt Wen“ (WkW), der sich mittlerweile mehr als 400 Interessenvertreter angeschlossen haben. Ihr Ziel: Ein neues Windelentsorgungssystem für Rodgau. Dafür übergaben die WkW-Leute der Stadt eine Liste mit 1 050 Unterschriften.

„Wir haben freiwillig den ganzen März über geschwiegen, damit die Stadt in Ruhe eine Lösung finden kann“,so Duchscherer. Seitdem hat sich aus seiner Sicht nicht wirklich viel getan. Zwar betont Erste Stadträtin Hildegard Ripper, dass sowohl im Magistrat als auch im Parlament über das Thema debattiert werde. Mehr als ein „Meinungsbildungsprozess“ sei aber noch nicht in Gang gekommen. „Ich möchte da auch keine Prognosen vorwegnehmen. Sobald ein neuer Sachstand eintritt, werden der VdK und Frau Krause sofort informiert“.

Dem VdK ist das zu wenig. „Ich habe Frau Ripper schon im August 2008 auf das Thema hingewiesen - und nun erfahre ich, dass die Zuständigen sich noch ihre Meinung bilden“, kritisiert Duchscherer. Der Verband will jetzt verstärkt das Fernsehen und die Zeitungen einschalten, um die Stadt unter Druck zu setzen. Zudem soll es Aktionen von VdK und WkW-Forum geben - vielleicht sogar eine anrüchige Windelparade durchs Rathaus.

Knapp 2 000 Betroffene in Rodgau leiden derzeit unter den Bedingungen, die sich aus dem neuen Abfallsystem ergeben. Seit 1. Januar werden die Restmülltonnen nämlich nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch alle zwei Wochen abgeholt. Der Container am Bauhof, der zur Überbrückung der verlängerten Abfuhrintervalle aufgestellt wurde, wird nur als Verlegenheitslösung verstanden. „Man stelle sich vor, eine Mutter aus Rollwald, ohne Auto, muss ihre Windeln mit dem Stadtbus durch Rodgau transportieren“, lautet ein Beitrag im WkW-Forum.

Quelle: op-online.de

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