Wirbel um Windräder

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Umweltfreundliche Energielieferanten oder störende Elemente in der Landschaft? Zu Windkraftanlagen sind die Meinungen geteilt.

Rodgau (eh) - Windkraftwerke können in absehbarer Zeit dazu beitragen, den Strombedarf in Rodgau zu decken. Diese Einschätzung vertritt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD).

Er begründet sie mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts „Erneuerbar komm!“ der Fachhochschule Frankfurt. Anhand amtlicher Geobasisdaten hatten die Wissenschaftler errechnet, dass in Rodgau das technische Potenzial für bis zu acht Windräder bestehe.

Hoffmann bestätigte gestern einen Zeitungsbericht, wonach er bereits mit Investoren über Windräder verhandele: „Es gibt konkrete Interessenten und es gibt Gespräche.“

Bereits Ende August hatte die SPD Rodgau das Thema Windkraft in einer Pressemitteilung ins Gespräch gebracht. Damals lagen der Stadtverwaltung aber noch keine Anfragen von Investoren vor.

Er wolle um Akzeptanz für die Windenergie werben, sagte Hoffmann gegenüber unserer Zeitung. Er befinde sich damit „auf einer Ebene, die auch von der Landesregierung unterstützt wird“. Spätestens wenn im November ein Energiekonsens auf Landesebene geschlossen werde, komme das Thema ohnehin auf die Kommunen zu.

Nach der Potenzialanalyse der FH Frankfurt könnte Rodgau bis zu 98 Prozent seines privaten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken:

Photovoltaik 56 069 MWh

Windkraft 11 880 MWh

Biomasse 5 575 MWh

Für Rodgau haben die Wissenschaftler zwei mögliche Standorte ermittelt, die eine Windgeschwindigkeit von mehr als fünf Metern pro Sekunde aufweisen - und zwar 100 Meter über dem Boden. Der eine Standort ist im Wald zwischen Jügesheim, Weiskirchen und Seligenstadt, der andere bei Rollwald.

Beide Flächen waren bereits 2007 im Gespräch, als der damalige Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main zwei „Vorranggebiete“ für Windenergie im Flächennutzungsplan festschreiben wollte. Gegen die Bedenken der CDU akzeptierte das Stadtparlament diesen Plan. Begründung des damaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Kaiser : „Wir wollen die Windkraft ordnen und nicht herholen.“

Vier Jahre später, ein halbes Jahr nach Fukushima, sagt SPD-Bürgermeister Jürgen Hoffmann: „Man kann nicht zu allem Nein sagen, sonst sitzen wir irgendwann im Keller auf dem Fahrrad und erzeugen den Strom mit dem Dynamo.“

Quelle: op-online.de

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