Wie wird der Bus attraktiv?

Katharina Wolf: „Ich finde es interessant, dass sie uns fragen und das auswerten. Man muss einfach nur aufschreiben, wie viel man gefahren ist. Ich fahre wenig mit Bus und S-Bahn, mehr mit dem Fahrrad, weil mir die Fahrkarten auch innerhalb Rodgaus zu teuer sind.“

Rodgau (eh))) . Wie nutzen Schüler in der Oberstufe den Öffentlichen Personennahverkehr? Dies ist die zentrale Frage des Gemeinschaftsprojekts von Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach (KVG) und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Wie berichtet, läuft dazu an der Claus-von-Stauffenberg-Schule diesen Monat eine Pilotstudie - betreut von der Hochschule Darmstadt. Die Jugendlichen führen vier Wochen lang Fahrtenbuch darüber, welche Verkehrsmittel sie für welche Strecken nutzen.

„Die zentrale Rolle in diesem Projekt spielen die jungen Leute“, erklärte die Vorsitzende des KVG-Aufsichtsrats, Claudia Jäger, anlässlich der Übergabe von Zeitfahrkarten. Die gewonnenen Daten sollen dazu dienen, das Mobiltitätsverhalten dieser Kundengruppe besser abzubilden sowie Finanzierungsmöglichkeiten für ein gegebenenfalls neues Ticket auszuloten.

Als Dankeschön bekommen alle teilnehmenden Schüler ein spezielles Oberstufenticket zu einer Kostenpauschale von fünf Euro. Mit diesem zeitlich befristeten Ticket können die Jugendlichen im gesamten Kreis Offenbach sowie den Städten Offenbach und Frankfurt ohne weitere Kosten alle Verkehrsmittel des ÖPNV nutzen. Außerdem erhält die Jahrgangsstufe, die am Ende die meisten ordnungsgemäß ausgefüllten Fahrtenbücher abgegeben hat, einen Zuschuss für die Abiturfeier.

Die Untersuchung steht unter Leitung von Professor Dr. Jürgen Follmann aus Jügesheim und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcell Biederbick von der Hochschule Darmstadt. Zahlreiche Studierende unterstützen die Erhebung vor Ort und betreuen die jungen Leute. Alle Angaben werden natürlich anonymisiert ausgewertet und die Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten.

„Wir erwarten die ersten Ergebnisse im Frühjahr 2012“, so Claudia Jäger. „Wir hoffen, ein attraktives Angebot für diese Zielgruppe entwickeln zu können, damit wir diese nicht als ÖPNV-Kunden verlieren.“ Genau dies aber scheint möglich. Professor Follmann und sein Team weisen auf eine Angebotslücke für Oberstufenschüler hin. Zahlen dazu lieferte eine Befragung von 10 657 Schülern im Kreis Offenbach. In der Mittelstufe fahren 33 bis 35 Prozent der Jugendlichen mit Bus und Bahn zur Schule, zehn Prozent werden mit dem Auto gebracht. In der Oberstufe kehrt sich dieses Verhältnis allerdings um. In der 13. Klasse fahren 39 Prozent mit dem Auto, nur noch zwölf Prozent nutzen öffentliche Verkehrsmittel.

Quelle: „Konzept für einen zukunftsfähigen ÖPNV bei der Schülerbeförderung im Kreis Offenbach“, Schlussbericht April 2010.

Was sagen die Schüler zum Projekt? Dazu: unsere Bilder-Umfrage.

Quelle: op-online.de

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