Heu wird Mangelware

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Viel Heu lässt sich derzeit auch bei Alfred Schrei nicht ernten. Für die Versorgung seiner Tiere reicht die bisherige Menge aber aus.

Rodgau (pul) - Der gestrige Regen kann nicht darüber hinwegtäuschen: Die Natur ist seit Monaten zu trocken. Wachstumsphase vieler Futterpflanzen fiel im Frühjahr deshalb viel zu gering aus.

Landwirte, die ihre Pferde füttern wollen, finden auf ihren Wiesen nicht so viel Heu wie sonst. Außerhalb Rodgaus wird sogar Heu aus Polen importiert.

Der Regen in den ersten Juniwochen war zwar Gold wert. Trotzdem macht der Niederschlag nicht die Verluste der Trockenheit wett, die im Frühjahr zum geringen Wachstum der Pflanzen geführt hat. Alfred Schrei, der am Nieder-Röder Eicheleck zwei Pferde und einen Esel untergebracht hat, bringt es auf den Punkt: „Es liegt so gut wie nichts da.“ Dabei deutet er auf das Ergebnis seiner einstündigen Mäharbeiten. Normalerweise wendet er das Heu zwei Mal zur besseren Trocknung, bevor er die Ernte einfährt. Das ist diesen Sommer gar nicht nötig. Die Halme liegen nicht so hoch auf dem Acker wie in früheren Jahren und lassen somit die Feuchtigkeit gut entweichen, die noch in ihnen steckt. Für die drei Vierbeiner von Alfred Schrei reicht das Gemähte aber allemal.

Jennifer Körmendi (21) macht sich um die 25-jährige Stute Wayana keine Sorgen. Auch wenn die Heuernte zurzeit deutlich geringer ausfällt, ist für das Tier gesorgt. Fotos:

Guido Kugolowski vom Birkenhof muss deutlich mehr hungrige Mäuler versorgen. 20 Pferde haben deren Besitzer bei ihm untergebracht. Dafür stehen dem Weiskircher aber auch 24 Hektar Fläche zur Verfügung, die der Futtergewinnung dienen. Ein Hektar Land für ein Pferd, macht Guido Kugolowski die Rechnung auf. Bei ihm stapeln sich die Rundballen in der Scheune bis unter die Decke. „Das reicht noch bis Oktober“ sagt er. Dabei ist sein Ertrag auf den Wiesen auch bei Weitem nicht der der letzten Jahre. Das grüne Untergras wächst erst seit den Regenfällen im Juni und hinkt dem sonstigen Wachstumsgrad um sieben Wochen hinterher. Anschließend muss das Heu noch vier bis sechs Wochen lagern, empfiehlt Guido Kugolowski: „Sonst bekommen die Pferde Koliken.“
Wenn in Rodgau Mangel herrscht, wird Heu am ehesten aus dem Odenwald zugekauft. Die Preise sind gestiegen. Dem Birkenhof sind Pferdehalter außerhalb Rodgaus bekannt, die sogar aus Polen ihr Heu beziehen. Beim Zukauf sollten Tierhalter auf die Qualität achten, rät Guido Kugolowski. Es gebe auch „schwarze Schafe, die die Wegränder mit abmähen, so dass auch Hundekot und Plastikabfälle im Futter landen.

Quelle: op-online.de

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