Wie die Gastronomie durch den schlimmen November kommen möchte

Wunsch-Gutschein und Schnitzel-Taxi

David Ermel
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David Ermel

Rodgau – In der Krise mit der nun zweiten Zwangspause für bestimmte Branchen rücken Handel, Gastronomie und Gewerbe eng zusammen. Edeka Ermel, Gewerbeverein Rodgau, die Privatinitiative „Rodgau erleben“ und „Rodgau helfen“ der städtischen Wirtschaftsförderung stampfen jetzt zu Gunsten der örtlichen Gastwirte eine Aktion mit speziellen Gutscheinen aus dem Boden und schmieden damit eine starke Allianz. Zu verstehen ist das Projekt auch als Zeichen dafür, dass man sich mit Kreativität und Solidarität zum Motto „Genießt Lokal!“ erfolgreich in der schwierigen Zeit behaupten kann.

Ab sofort halten Edeka Ermel (Hegelstraße, Dudenhofen), der Gewerbeverein (Doktor-Weinholz-Straße, 16 Dudenhofen) und der Bioladen Haller (Rodgau-Passage, Jügesheim) personalisierte Wunsch-Gutscheine fürs Lieblingsrestaurant bereit. Kunden können am Rande ihres Einkaufs diese Gutscheine kaufen und bestimmen, für welches Restaurant in Rodgau sie gelten sollen.

„Wir stempeln die Gutscheine, sodass es keine Verwechselungen geben kann“, erläutert Edeka-Chef David Ermel, der die Aktion maßgeblich angeschoben und nun auch weiterhin großzügig unterstützt. „Der Gutschein kann jetzt sofort für einen Lieferservice eingelöst werden oder für später, sobald die Umstände das zulassen und man mal wieder schön essen gehen möchte.“ Der Unternehmer hofft, dass viele Rodgauer die Gutscheine als Geschenk kaufen.

Charme hat auch die Idee von Gastwirt Oliver Döbert. Schon länger feilen seine Frau Simone und er an dem Plan, einen Lieferservice für ihr Wirtshaus an der Raiffeisenstraße auf die Beine zu stellen. Der erfahrene Küchenchef denkt darüber nach, mit einem Taxiunternehmer zusammenzuarbeiten. Der nun zweite Lockdown für die Gastronomie beschleunigt das Projekt.

„Ich habe schon mit einem Taxiunternehmer gesprochen. Der hätte von dem Ganzen ja auch ganz sicher etwas, weil er derzeit zwangsläufig weniger Fahrten hat als sonst“, schildert der „Hessen-Koch“ den Stand der Verhandlungen. Auch andere Gastro-Kollegen könnten sich an „Döbert’s Schnitzel-Taxi.eu“ – so der griffige Titel – gerne beteiligen.

Bis die Zusammenarbeit mit einer Taxifirma in trockenen Tüchern ist, wird der 48-jährige Küchenmeister seine Menüs selbst ausfahren: zum Beispiel Martinsgans für vier Personen mit Vorspeise und Dessert.    bp

Edeka-Chef mit vielen Ideen
Simone und Oliver Döbert vor ihrem zuletzt aufwendig umgestalteten Wirtshaus in Dudenhofen an der Raiffeisenstraße. Der Küchenchef plant, einen Lieferservice aufzubauen, um besser durch die Krise zu kommen: „Döbert’s Schnitzel-Taxi.eu“.

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