Wutausbruch als Tiefpunkt der Debatte

Rodgau - Es heißt ja manchmal, das Beste komme zum Schluss. Im Stadtparlament war’s allerdings umgekehrt. Da konnte der Wutausbruch des Stadtverordneten Karl-Heinz Schönberg (SPD) am Ende der Sitzung als Tiefpunkt des Drei-Stunden-Termins angesehen werden. Von Bernhard Pelka

Schönberg fühlte sich von Bernd Ripper (CDU) als Lügner bezeichnet und brüllte sinngemäß durch den Saal, Ripper solle bloß aufpassen, sofern er ihn einen Lügner nenne. Ripper hatte gesagt, er glaube nicht alles, was Schönberg öffentlich sage. Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Kaiser (SPD) rief energisch zur Ordnung.

Zuvor war es sachlich zugegangen. Engagiert besprachen die Hobbypolitiker die Einschnitte bei der Rentenberatung. Die Mehrheits-Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und FWG möchte, wie berichtet, durch eine Reduzierung der Dienstleistungen dabei 60.000 Euro Personalkosten sparen. Das legte Edgar Ott für die SPD dar. Karlheinz Hackel (Zusammen mit Bürgern, ZmB) hielt dagegen und berichtete von seinen Erfahrungen als Rentenberater. Die Anträge seien bis zu 34 Seiten dick.

„Ich bin gespannt, ob ihr das ohne Hilfe schafft“

„Ich bin gespannt, ob ihr das ohne Hilfe schafft“, rief er der Kooperation kritisch zu. Gegen die geplanten Kürzungen sprachen sich auch Heiko Stenzel (Die Linke), Elke Tomala-Brümmer (CDU) und Clemens Jäger (CDU) aus. Die Einschnitte seien „unsäglich unsozial“ (Stenzel), die Kooperation verliere eine der am stärksten wachsenden Bevölkerungsgruppen aus den Augen (Tomala-Brümmer), der Bürgerservice werde ohne Not „vernichtet“. Heino Reckließ (FDP) verteidigte die Entscheidung der Kooperation und forderte die Kreis-Mitarbeiterin Tomala-Brümmer indirekt zu ähnlichen Sparmaßnahmen im Kreis Offenbach auf. „Dann würden Sie auch nicht auf einer Milliarde Miesen sitzen.“ Letztlich blieb es dabei: Die Rentenberatung wird bis auf das vom Gesetzgeber festgelegte Mindestmaß gestrichen. Die Kooperation beschloss dies gegen CDU, Linke und ZmB.

Bis zur Februarsitzung 2013 vertagt wurde hingegen der Beschluss zur Zukunft der Bürgerhausgaststätte in Dudenhofen. Die CDU meinte zwar, dieser Tagesordnungspunkt sei „entscheidungsreif“. Die Kooperation, ZmB und Die Linke sahen dies aber anders.

Quelle: op-online.de

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