Grundschüler auf der Warteliste

Rodgau (eh) - Noch immer fehlen Betreuungsplätze für Grundschulkinder in Rodgau, obwohl das Angebot stetig steigt. Allein in den vergangenen beiden Jahren sind Plätze für 188 Kinder dazugekommen.

725 Grundschüler werden zurzeit nach dem Unterricht betreut. Doch vor allem in Jügesheim sind viele Kinder unversorgt. Von „nach wie vor großen Herausforderungen“ sprach Stadtrat Michael Schüßler (FDP) am Mittwoch im Sozial- und Kulturausschuss. Die Nachfrage steige ständig. „Die Trägervereine stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen“, heißt es im neuen Bedarfsplan für die Kindertageseinrichtungen in Rodgau.

Die größte Schülerbetreuung betreibt der Förderverein der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dudenhofen. Erst zu Beginn dieses Schuljahrs kletterte die Zahl der Betreuungskinder von 131 auf 160. Nach den Sommerferien kommen voraussichtlich noch 20 dazu. Das Mittagessen wird im Vier-Schicht-Betrieb eingenommen. Auch die Gruppenräume reichen nicht aus. Nun befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage der flexibleren Nutzung von Klassenräumen: morgens Unterricht, nachmittags Betreuung.

Betreuung platzt aus den Nähten

Auch an der Münchhausenschule Hainhausen platzt die Betreuung aus den Nähten. 120 Kinder werden dort betreut, 15 stehen auf der Warteliste. Ein sprunghafter Anstieg der Nachfrage zeichnet sich im nächsten Schuljahr ab. Gleich nach den Sommerferien sollen zusätzliche Betreuungsräume für Dritt- und Viertklässler im Christian-Zang-Haus Weiskirchen in Betrieb gehen. „Diesen Termin können wir halten“, kündigte Stadtrat Schüßler auf Anfrage der CDU-Stadtverordneten Anette Schweikart-Paul an. Der Weg von rund 700 Metern werde mit den Kindern bereits eingeübt. Es sei geplant, die Kinder anfangs zu begleiten.

Einen eklatanten Engpass gibt es in Jügesheim, obwohl das Angebot in den vergangenen zwei Jahren von 147 auf 249 Plätze gestiegen ist. Trotz des Neubaus an der Carl-Orff-Schule stehen laut Stadt 14 Kinder auf der Warteliste. Auch an der Wilhelm-Busch-Schule und in beiden Kinderhorten sind die Kapazitäten voll ausgeschöpft.

„Die Schulen und Schulgemeinden werden sich flexibilisieren müssen, anders ist die Nachfrage nicht zu decken“, betont Stadtrat Schüßler. Jürgen Kaiser (SPD) sieht hingegen auch das Land in der Pflicht.

Quelle: op-online.de

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