Zahnarzt und Eisenmann

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Tagsüber fühlt Steffen Swoboda seinen Patienten auf den Zahn, abends stählt er seinen Körper. Der Zahnarzt aus Jügesheim trainiert die Triathlon-Disziplinen für den Ironman 2010 in Frankfurt. Auf unserem Foto behandelt er gerade Patientin Kathrin Rosenberger (24).

Jügesheim (pul) ‐ Schade, dass Zahnarztpatienten bei der Behandlung eingeschränkt bis gar nicht reden können. Sonst wäre Steffen Swoboda für ein Schwätzchen über seinen Lieblingssport zu haben. Der Jügesheimer Zahnarzt betreibt in seiner Freizeit Triathlon und nimmt 2010 erstmals an einem Ultratriathlon, einem Ironman, teil.

Am 4. Juli 2010 steht die große Herausforderung an: Beim Frankfurter Ironman sind 3,8 Kilometer zu schwimmen, über eine Strecke von 180 Kilometer in die Fahrradpedale zu treten und dann noch ein Marathonlauf dranzuhängen. So wollen es die internationalen Richtlinien. Wer ein echter Ironman, ein Mann aus Eisen, werden will, muss sie beachten.

Beim Rodgau-Triathlon des TSV Dudenhofen war er bester Rodgauer Sportler, startete aber für einen Offenbacher Verein. Die Rodgauer Fahne will der sportliche Zahnarzt nächstes Jahr wieder in der Mainmetropole hoch halten.

Sechs Mal Training pro Woche steht bei dem Zahnmediziner auf dem Terminplan. Bei den bis zu 90-minütigen Einheiten sah man den 36-Jährigen im Badesee seine Runden drehen, Richtung Patershäuser Hof beim Joggen, oder im Odenwald auf dem Rennrad. Laut Swoboda eignet sich jedes Rennrad für den Sport. „Am besten ist allerdings ein Triathlonrad“, betont er. Die sind aerodynamischer von der Sitzhaltung her. Für Gleichgesinnte ist ein weiterer Tipp beachtenswert, denn die drei Disziplinen gilt es nicht nur losgelöst voneinander zu trainieren. Der Sprung vom Rad auf die Laufstrecke sollte im Vorfeld von Wettkämpfen der Muskulatur beigebracht worden sein. Die Beanspruchung verschiedener Muskelgruppen führt sonst zu Krämpfen.

Die Fakten:

  • Um 1920 erfanden die Franzosen den Triathlon (griechisch für Dreikampf) und nannten ihn zunächst „Les Trois Sports“.
  • 1974 erfuhr der Wettkampf in San Diego, Kalifornien, eine Renaissance mit dem so genannten „Mission Bay Triathlon“.
  • Seit dem Jahr 2000 ist der Triathlon olympische Disziplin.

Vor dem Wechsel vom Rad in die Laufschuhe steht vor den Sportlern allerdings eine ganz andere Hürde: Der Sprung ins nasse Element kann jeden schnell nach Luft schnappen lassen. „Beim halben Ironman im Juni in Dessau zeigte das Thermometer im See gerade mal 16 Grad“, erinnert sich der Athlet. Da heißt es Augen zu und durch. Nur gut, dass sich der Zahnarzt im kühlen Nass wohl fühlt wie ein Fisch im Wasser. Denn der Massenstart bei der Schwimmdisziplin gleicht einer Prügelei. Und Steffen Swoboda sieht zu, die Nase vorn zu haben.

Quelle: op-online.de

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