Werbefilme mit Drohnen

Der Zauberer aus dem Rodgau

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Aufnahme mit der Drohne: Patrick Voelkel hat einen Werbespot für die neuen Porsche Bikes gedreht.

Rodgau - Werbefilme aus der Vogelperspektive: Das Rodgauer Unternehmen Profilmacher setzt auf Drohnen. Von Lara Sturm

„Ich vergleiche mich gerne mit einem Zauberer“, lacht Patrick Voelkel, „ein Zauberer verrät seine Tricks nämlich auch nicht.“ Und das Tricksen hat der 45-Jährige zu seinem Beruf gemacht. Sein Unternehmen Profilmacher, das seinen Sitz in Rodgau-Weiskirchen hat, dreht für Kunden Filme: Werbespots, Imagefilme, Musikvideos und vieles mehr. Klingt erst mal nicht nach Tricks und Zauberei? Abwarten.

Denn das Zauberhafte an den Profilmacher-Filmen ist ein ganz spezieller Blickwinkel. Auf Voelkels Homepage kann man unter anderem auch das Freibad Langen aus solch einem zauberhaften Blickwinkel betrachten. Die Kamera schwebt über die große grüne Liegewiese und über die Wipfel der Bäume, unter denen Badegäste ein schattiges Plätzchen suchen. Die Zuschauer werden mitgenommen auf einen Flug über den Sprungturm, auf dem Kinder stehen und winken. Die Mutigen springen hinab ins Nass, und die Kamera lenkt den Blick hinterher in das tiefe Schwimmbecken. Das Wasser spritzt, als die Kinder auf die Oberfläche treffen.

Sofort fragt man sich, wie hat Voelkel das gedreht? Und wenn man den Film ganz besonders aufmerksam ansieht, kommt man vielleicht auf die Antwort: Denn auf dem braunrot gepflasterten Boden des Schwimmbades ist auf einmal ein ungewöhnlicher Schatten zu sehen. Etwas, das zunächst aussieht wie ein kleines Ufo, fliegt über die Köpfe der Badegäste hinweg. Es ist eine von Voelkels Drohnen.

Kameramann, Grafiker, Fotograf und Tüftler

„Ich wollte solch eine filmische Perspektive, die man ja eigentlich nur aus großen Hollywoodproduktionen kennt, auch für den Mittelstand zugänglich machen“, erzählt der gebürtige Heusenstammer. Doch das Filmen mit den Drohnen gestaltete sich zunächst schwierig: „Ich hab’ erst mal ein paar Drohnen zu Schrott geflogen“, gibt Voelkel zu, „aber jetzt habe ich den Bogen raus.“

Doch die Luftaufnahmen mit den Drohnen sind nicht sein einziger Trick. Neben seinen Aufgaben als Kameramann, Grafiker und Fotograf versucht sich Voelker auch als Tüftler. Er befestigt Kameras an ungewöhnlichen Vorrichtungen, schraubt und probiert aus. Alles um diesen speziellen Moment zu schaffen: „Ich will, dass man sich beim Ansehen fragt, wie zum Teufel wurde das gedreht?“ Was genau er da alles austüftelt, will der Geschäftsmann nicht öffentlich machen: „Da berufe ich mich wieder auf der Ehre der Zauberer. Manche Tricks darf man einfach nicht verraten.“

Voelkels Talent als Kameramann wurde kürzlich auch mit einem Preis belohnt. Bei dem nationalen 99 Fire-Film Award 2013 wurden über 1 600  Filme eingereicht, einer davon war „Spurwechsel“, an dem Voelkel als Kameramann mitgewirkt hatte. Gedreht und konzipiert wurde „Spurwechsel“ im Team. Am Ende wurde diese Arbeit mit dem zweiten Platz in den Kategorien „Beste Kamera“ und „Publikumspreis“ belohnt. „Ich war da nur ein kleines Rädchen im großen Ganzen, das war wirklich eine tolle Teamleistung“, erzählt Voelkel, „aber bei der Verleihung über den roten Teppich zu schreiten, hatte schon was.“

Und auch sonst läuft es rund: So konnte Voelkel Großkunden wie Porsche gewinnen. Mit seinen Drohnen drehte er den Werbespot für die neuen Porsche Bikes. „Das war wirklich ein toller Auftrag, der Dreh hat riesen Spaß gemacht“, schwärmt Voelkel. Nun hofft er, dass sich im kommenden Jahr, wenn der Spot erscheint, alle fragen werden: Wie zum Teufel wurde das gedreht?

Quelle: op-online.de

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