Zeitdruck für Erzieherinnen wird immer größer

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Der Personalrat der Stadtverwaltung ist mit dem Stellenplan im Haushalt 2010 nicht zufrieden. Das Gremium kritisiert, dass die Vorbereitungszeit der Erzieherinnen in städtischen Kitas von 20 auf 15 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit gekürzt werde.

Rodgau (bp) ‐ Der Personalrat der Stadtverwaltung ist mit dem Stellenplan im Haushalt 2010 nicht zufrieden. Das Gremium kritisiert in einer Pressemeldung, dass die Vorbereitungszeit der Erzieherinnen in städtischen Kitas von 20 auf 15 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit gekürzt werde.

Eigentlich sei eine Ausweitung dieser Zeiten „in Form von zusätzlichen Planstellen vorgesehen“ gewesen. „Sie findet sich jedoch nicht im Stellenplan wieder.

Der Personalrat warnt davor, dass die Anforderungen an die Erzieherinnen zwar steigen, zusätzliches Personal aber nicht eingestellt und zusätzliche Zeitpolster nicht genehmigt würden. Die bisherigen Arbeitsbedingungen passten nicht zum Anforderungsprofil. „15 Prozent Vorbereitungszeit bedeuten bei einer Vollzeitkraft nicht einmal sechs Stunden pro Woche für die Arbeit, die nicht direkt am Kind erfolgt. Im Einzelnen werden die wöchentliche Teamsitzung, die individuelle Vorbereitungszeit für die Arbeit in der Gruppe, die Vorbereitung, Nachbereitung von Elterngesprächen, die Dokumentation der Arbeit, Entwicklungsberichte sowie Zeiten der zunehmenden Kooperationen mit Ämtern, Beratungsstellen, Schulen, Vereinen und weiteren externen Partnern zur Vorbereitungszeit gezählt. Wann soll dies denn alles gemacht werden?“, fragt die Personalvertretung kritisch.

Bedingungen müssten weiter entwickelt werden

Die genannten sechs Stunden gelten allerdings nur für Vollzeitkräfte. „Die überwiegende Zahl der Erzieherinnen arbeitet jedoch nur Teilzeit, ihnen steht somit noch weniger Zeit für diese Pflichten zur Verfügung.“ Vieles werde deshalb sogar außerhalb der Dienstzeit erledigt. Der Personalrat erinnert an die Befreiung von Kitagebühren und den Verzicht auf mehr als 500.000 Euro. Dies sei gut so. Dem entsprechend müssten aber auch „die Rahmenbedingungen“ weiter entwickelt werden. Auch dem Argument, wonach es derzeit kein verfügbares Personal gebe, tritt der Personalrat mit dem Hinweis auf andere Städte und Kommunen im Rhein-Main-Gebiet entgegen. Dort sei man bereit, die Einkommensmöglichkeiten von Erzieherinnen zu steigern, Arbeitsbedingungen zu verbessern und damit Personal zu gewinnen.

Quelle: op-online.de

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