Zeitreise zurück in die 50er Jahre

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Pferdefuhrwerke bestimmten Anfang der 50er das Straßenbild. Zum 25-jährigen Jubiläum zeigt der Heimatverein viele Fotos aus dieser Zeit und andere Schaustücke. Schon jetzt weist der Verein auf seinen großen Hessenabend am 17. April hin, der im Bürgerhaus Weiskirchen als Jubiläumsveranstaltung gefeiert wird. Karten gibt es im Vorverkauf bei Presse Groh und in der Bücherstube an der Hauptstraße.

Weiskirchen (bp) ‐ Der Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen hat für Sonntag, 11. April, von 11 bis 17 Uhr, im Heimatmuseum an der Bahnhofstraße 8 seine große Jubiläumsausstellung anlässlich zum 25-jährigen Bestehen vorbereitet.

Die Schau versetzt die Besucher zurück in die 50er Jahre, als Weiskirchen, so wie alle anderen Dörfer im Rodgau, vorwiegend landwirtschaftliche und handwerkliche Strukturen aufwies. Das Straßenbild prägten weniger Autos, als vielmehr Ackerwagen, die von Pferden oder Rindern gezogen wurden. Denn häusliche Nutztiere wie Pferde und Rinder mussten damals ihr Futter vor dem Pflug oder dem Erntewagen verdienen.

Es war die Zeit, als die Berufstätigen überwiegend in überfüllten Zügen der Rodgaubahn zu ihren Arbeitsplätzen nach Offenbach oder Frankfurt fuhren. Es war aber auch die Zeit, als die Industrialisierung auf dem Land langsam in Schwung kam. Die Lederwarenhersteller und ihre Zulieferer sind hier im Besonderen zu erwähnen.

Bau der Autobahn 3 war ein sichtbares Zeichen

Es waren auch die Jahre, in denen eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen war. Denn durch die Wirren des 2. Weltkriegs hatte sich die Bevölkerungsstruktur in den Dörfern des Rodgaues total verändert. Für die Heimatvertriebenen und ausgebombten Bürger aus den Städten musste Wohnraum geschaffen werden. Und so wurden ganze Straßenzüge - meist in Selbsthilfe - in großer Eile aus dem Boden gestampft.

Die Motorisierung der Bevölkerung nahm ihren Anfang. Der Bau der Autobahn 3 war dafür ein sichtbares Zeichen. Ihr Streckenverlauf durchschnitt die nördliche Gemarkung von Weiskirchen. Riesige Baumaschinen und Kiestransporter versetzten die Betrachter ins Staunen.

Das Glück der Erde lag fortan nicht mehr auf dem Rücken eines Pferdes, sondern auf dem Sattel eine Mofas oder sogar eines Motorrades. Die Träume der Erwachsenen bewegten sich eher in Richtung eines fahrbaren Untersatzes, der Marken BMW „Isetta“, Zündapp „Janus“, Goggomobil. „Damals hörte man Sprüche wie, „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“, oder „wer das Leben über hat, kauft sich einen Goliat“, erinnert sich Vereinssprecher Martin Häfner. „Solche Sprüche bewiesen, dass man zwar seine Freuden an der neuen Mobilität hatte, aber dass man diese Fahrzeuge nicht als vollwertige Autos angesehen hatte.“

Auch die Mädels wurden immer hübscher anzusehen und promenierten in modernen Kleidern, die über einem schwingenden Petticoat getragen wurden, über die Straßen und Plätze. Es war auch die Zeit, als das Vereinsleben wieder neuen Auftrieb erhielt. Jugendliche organisierten sich in Sportvereinen, Musikvereinen, Gesangvereinen und Verbänden der verschiedensten Art.

Dies alles und vieles mehr können die Besucher in Bildern aber auch anhand beispielhafter Schaustücke bewundern. Am Ausstellungstag wird am Mittag Kaffee und Kuchen angeboten.

Quelle: op-online.de

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