SGN distanziert sich von Bettler

Nieder-Roden - Zeitschriftenwerber sind seit Montag mit einem Empfehlungsbrief der SG Nieder-Roden unterwegs. Die Fußballabteilung des Vereins erhofft sich davon Werbeprämien in Form von Trikots oder Fußbällen. Doch viele Bürger reagieren misstrauisch.

Fußballabteilungsleiter Karl-Heinz Kohls sieht in der Aktion nichts Schlimmes: „Die Firma ist vor einigen Monaten auf uns zugekommen. Das ist für uns ohne Risiko und da haben wir Ja gesagt.“

Zahlreiche Nieder-Röder sehen das offenbar anders. Den Verkäufern schlägt an den Haustüren offenes Misstrauen entgegen. „Alle zehn Minuten wird die Polizei gerufen“, berichtet Timo Heinen, der als Subunternehmer der WW Medienwerbung GmbH in Höhn (Westerwald) arbeitet und Zeitschriften-Abos verkauft.

Bei Polizei sind keine Beschwerden eingegangen

Das Polizeipräsidium Südosthessen kann Heinens Aussage nicht bestätigen. Die Polizei habe in Nieder-Roden keine einzige Beschwerde wegen einer Drückerkolonne verzeichnet, sagte Pressesprecher Henry Faltin gestern Nachmittag auf Anfrage.

Ein Grund für das Misstrauen könnte sein, dass neben den legalen Abo-Werbern in Nieder-Roden auch ein Gauner unterwegs ist, der Geldspenden erbettelt - angeblich ebenfalls für die SGN. Am Montagnachmittag warnte der Verein per E-Mail: „Achtung Betrüger im Namen der Fußballabteilung“. Die städtische Pressestelle verbreitete diese Warnung am Dienstag ebenfalls.

Als ärgerlich bezeichnet Fußball-Abteilungsleiter Karl-Heinz Kohls, dass der Bettler gleichzeitig mit der Werberkolonne unterwegs ist: „Das sind zwei getrennte Fälle.“ Kohls betont: „Betteln an der Haustür, das ist jetzt nicht und war noch nie eine Überlegung der SGN.“

„Keinen Druck ausüben“

Kohls hofft, dass sich das Sport-Sponsoring via Zeitschriftenvertrieb trotz dieses Zwischenfalls für seinen Verein auszahlt. Der SC Viktoria Griesheim beispielsweise habe auf diese Weise vier Sätze Trikots bekommen. Im Empfehlungsbrief der SGN stehe ausdrücklich, „dass wir keinen Druck ausüben und dass jeder es selbst entscheiden möge“.

Mit einer ähnlichen Aktion hat der 1. FC Germania Ober-Roden vor einigen Jahren zwiespältige Erfahrungen gemacht. Auch damals wurden Abonnements für Illustrierte verkauft. Germania-Präsident Norbert Rink: „Das hat uns damals um die 1 000 Euro gebracht. Ich würde es aber im Nachhinein nicht mehr machen. Es bringt auch viel Unruhe, obwohl man nur etwas Gutes tun will.“

eh

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Rainer Sturm/pixelio.de

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