Schon vier Kaufinteressenten ohne Ausschreibung

Zukunft der Begegnungsstätte offen

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Zur Zukunft der ehemaligen Begegnungsstätte ist noch nichts entschieden. Die CDU-Stadtverordnetenfraktion schlägt das Gebäude als Kita-Erweiterung vor.

Nieder-Roden - Mindestens vier Interessenten wollen die ehemalige katholische Begegnungsstätte an der Seestraße erwerben. Seit Jahresanfang nutzt die Pfarrgemeinde St. Matthias das Haus nicht mehr für kirchliche Zwecke. Von Ekkehard Wolf 

Die CDU-Fraktion des Stadtparlaments schlägt vor, den Kindergarten im Nachbarhaus um die Begegnungsstätte zu erweitern. Der erste Schritt zum Verkauf ist getan. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat die Profanierung des Gebäudes beschlossen. Die Kapelle hat damit ihre Funktion als geheiligter Gottesdienstraum verloren. „Die Urkunde liegt vor“, bestätigt Pfarrer Dr. Peter Eckstein. „Eine direkte Verkaufsgenehmigung haben wir noch nicht, wir bleiben aber dran.“

Vier Interessenten haben sich bereits gemeldet, wie der Pfarrer sagt – „und dabei haben wir es noch nicht einmal ausgeschrieben“. Zu den Käufern in spe zählen ein Künstler, ein Architekt und die aramäische Gemeinde, ein Gemeindezentrum einrichten will. „Die Stadt ist an uns noch nicht herangetreten“, berichtet Eckstein. Bereits vor einigen Jahren habe die Pfarrei der Stadt die Immobilie als Kindergarten-Erweiterung angeboten. Die Stadt baute jedoch lieber eine neue U3-Kita an der Breubergstraße.

Die Kapelle gilt für die katholische Kirche nicht mehr als geheiligter Ort. Bischof Peter Kohlgraf hat ihre Profanierung verfügt.

„Als Pfarrgemeinde hätten wir ein großes Interesse dran, dass das Gebäude weiterhin kirchlich genutzt wird“, betont der Geistliche. Ob es dazu komme, hänge nicht zuletzt von den Preisverhandlungen ab. Eine Entscheidung sei aber noch in keiner Weise gefallen. Auch der Verwaltungsrat der Gemeinde müsse darüber noch diskutieren. Die katholische Gemeinde St. Matthias hatte das kleine Zentrum mit Versammlungsräumen und Kapelle 1989 eröffnet, um als Kirche zwischen Wohnblocks und Hochhäusern präsent zu sein. Der Name „Begegnungsstätte“ war Programm: Sie sollte Begegnungen der Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ermöglichen. Zwei Jahrzehnte lang lief das gut. In den letzten Jahren stand das Haus aber meistens leer. Die Pfarrgemeinde trennt sich nun von der Immobilie, weil ihr die Kosten über den Kopf wachsen.

Die Pfarrgemeinde vollzog einen glatten Schnitt: Seit 1. Januar findet in der Begegnungsstätte keine seelsorgerliche Nutzung mehr statt, nicht einmal eine Andacht mit Kindergartenkindern.

Fest zur Heilig-Kreuz-Kirche in Rollwald

Neuerdings wird dort wieder gebetet. Syrisch-orthodoxe Christen feiern dort jeden Sonntag ihren Gottesdienst. Die Katholiken haben das Haus vorübergehend der aramäischen Gemeinde zur Verfügung gestellt, die mit ihrem neuen Seelsorger händeringend Räume suchte. „Das Gebäude muss ja nicht leer stehen. Und wenn wir ihnen helfen können, tun wir das gern“, sagt Pfarrer Dr. Peter Eckstein. Die Zusammenarbeit mit syrisch-orthodoxen Christen sei ja auch eine Form der Ökumene.

Die CDU-Stadtverordnetenfraktion bringt nun erneut das Thema Kindergarten ins Gespräch. In einem Antrag zur Sitzung am 19. März fordert sie den Magistrat auf, mit der Pfarrgemeinde St. Matthias über die Übernahme der Begegnungsstätte zu verhandeln und zu prüfen, welche Investitionen notwendig seien, um sie als Erweiterung der Kindertagesstätte Seestraße zu nutzen. Nach Ansicht der CDU besteht Handlungsbedarf: Laut dem aktuellen Kita-Bedarfsplan der Stadt fehle es in Nieder-Roden an Kita-Plätzen sowohl für Kleinkinder unter drei Jahren als auch für Drei- bis Sechsjährige. „Die Umwandlung der ehemaligen Begegnungsstätte in eine Erweiterung der Kita Seestraße kann für die Stadt eine kurzfristige und kostengünstige Möglichkeit sein, weitere Plätze in der Kinderbetreuung zu schaffen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Clemens Jäger in einer Pressemitteilung: „Diese Möglichkeit muss zumindest geprüft werden, damit hier nicht eine Chance ungenutzt verstreicht, wirtschaftlich sinnvoll das Angebot der Kinderbetreuung in Rodgau zu erweitern und so dem festgestellten Bedarf der Eltern gerecht zu werden.“

Quelle: op-online.de

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