Tochterfirma des Bauernverbandes versorgt Heinrich-Böll-Schule mit Mittagessen

Zutaten aus der Region

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Schüler an der Essenausgabe: Die Küche, die die Böll-Schule beliefert, verarbeitet bevorzugt Lebensmittel aus Südhessen.

Nieder-Roden - Aus der Region auf den Tisch: Eine Tochterfirma des Bauernverbandes versorgt die Heinrich-Böll-Schule (HBS) mit Mittagessen. Die Bestellung läuft per Internet. Seit Jahresanfang nehmen rund 40 Schüler das neue Angebot in Anspruch. 70 Esser pro Tag sind angestrebt.

Bis Ende letzten Jahres wurde in der Gesamtschule noch selbst gekocht. Den Schulförderverein brachte das jedoch an den Rand des Ruins, wie Schulleiter Kai Darmstädter berichtet. Die Verpflegung über einen Lieferanten soll die Arbeit vereinfachen und das Risiko verringern. Als erste Schule im Kreis Offenbach arbeitet die HBS mit dem Agrarservice Starkenburg GmbH zusammen. Die Tochter des regionalen Bauernverbandes besteht seit 2006. Sie verpflegt rund 4000 Schüler an 28 Schulen. Bisher war sie im Kreis Darmstadt-Dieburg tätig. „Der Agrarservice wollte sich immer schon auf den Kreis Offenbach ausdehnen“, sagt der HBS-Schulleiter. Er hatte das Unternehmen bereits an seiner früheren Schule in Ober-Ramstadt schätzen gelernt.

Der Agrarservice Starkenburg organisiert das Schulessen nur. Er arbeitet mit sieben Großküchen zusammen. Diese verwenden bevorzugt Zutaten aus der Region, die von 94 Landwirten stammen. Drei sogenannte Bündler stellen die Lebensmittel zusammen und liefern sie an die Kochbetriebe. Das Mittagessen der Böll-Schüler kommt aus Frankfurt-Bockenheim und wird nach dem Verfahren „cook and hold“ geliefert. Das heißt: Die Speisen werden frisch gekocht und heiß in die Schule gebracht. Das ist eine Fahrstrecke von knapp 40 Kilometern. Dabei müssen die Speisen durchgehend eine vorgeschriebene Temperatur einhalten. Die „Bärenstark – Gutes Essen GmbH“ verzichtet nach eigenen Angaben auf Geschmacksverstärker, tierische Gelatine sowie auf chemische Hilfs- und Konservierungsstoffe.

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Für die Eltern der Schüler haben sich drei Dinge geändert: Es gibt zwei Menüs zur Auswahl (klassisch und vegetarisch), das Mittagessen ist teurer als bisher (4,90 Euro pro Tag) und muss über eine Internetplattform bestellt werden. Die Bestellung geht entweder wochenweise oder für das ganze Schuljahr. Falls ein Kind krank wird, können die Eltern das Essen bis 7.45 Uhr abbestellen. Wenn ein Kind an vier Tagen pro Woche in der Schule isst, bezahlen die Eltern dafür rund 65 Euro im Monat. Trotz des recht hohen Preises berichtet Kai Darmstädter auch von positiven Reaktionen. Eine Mutter: „Endlich bin ich das Problem mit dem Mittagessen los.“ Die HBS erwartet, dass der Mensabetrieb mit den neuen Fünftklässlern im nächsten Schuljahr stärker gefragt ist.

Der Förderverein der Heinrich-Böll-Schule ist zwar die größten Sorgen mit dem Mensabetrieb los, aber die Lage bleibt schwierig: Im Gegensatz zu anderen Landkreisen trägt der Kreis Offenbach nicht die Kosten der Essenausgabe. Der Verein bezahlt das Personal der Cafeteria, erhält aber seit 2013 dafür keine Zuschüsse mehr. (eh)

Quelle: op-online.de

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