Corona-Pandemie

Weil das Geld fehlt: Zwangspause für Corona-Testzentren im Kreis Offenbach

Rachen-Abstrich im Corona-Testzentrum
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Corona-Test im Bürgerhaus Weiskirchen: Der Rodgauer Sozialdezernent Michael Schüßler ließ sich als einer der ersten Kunden testen. Drei Wochen später muss das Testzentrum vorläufig schließen, weil die zugesagten staatlichen Gelder ausbleiben.

Zwei Corona-Testzentren im Kreis Offenbach, in Rodgau und Heusenstamm, müssen eine Zwangspause einlegen. Der Betreiber wartet vergebens auf die Erstattung der Kosten.

Rodgau/Heusenstamm - Ab sofort nehmen die Testzentren von „15minutentest“ keine neuen Terminbuchungen an. Das teilte der Magistrat der Stadt Rodgau heute kurz vor 18 Uhr mit. Betroffen seien 60 Standorte bundesweit.

Dem Betreiber geht finanziell die Luft aus. Er wartet bisher vergebens auf die Erstattung der Kosten für die sogenannten Bürgertests, die jeder Einwohner einmal pro Woche kostenlos in Anspruch nehmen kann. Nach Angaben des Unternehmens belaufen sich die Außenstände bundesweit auf mehrere Million Euro.

Unter dem Namen „15minutentest“ betreibt die Covi Medical GmbH (Dillenburg) bundesweit rund 60 Testzentren, zwei davon im Kreis Offenbach. Das Testzentrum im Bürgerhaus Weiskirchen wurde am 18. März eröffnet, das Testzentrum auf dem Parkplatz des Sportzentrums Martinsee einen Tag später.

Corona im Kreis Offenbach: Sozialdezernent in Rodgau fordert Landesregierung zum Handeln auf

„Es kann nicht sein, dass der Bund Bürgertests ausruft und vor Ort kein Geld ankommt“, ärgert sich Rodgaus Erster Stadtrat Michael Schüßler: „Wir erwarten eine Sofortreaktion der hessischen Landesregierung, weil es hier um die Sicherheit und den Schutz unserer Bürger geht.“

Die Covi Medical GmbH habe in Weiskirchen eine hervorragende Arbeit geleistet, betont Sozialdezernent Schüßler. Bei mehreren tausend Testungen seien positive Fälle erkannt und damit Infektionsketten unterbrochen worden. „Diese wichtige Säule in der Bekämpfung der Pandemie bricht weg, weil die Anbieter der Testzentren am ausgestreckten Arm der Regierung verhungern.“

Bereits am 1. April hatte das Unternehmen in einem offenen Brief auf die fehlenden Erstattungszahlungen aufmerksam gemacht. Der Brief ging an die Gesundheitsminister des Bundes und des Landes sowie an die Kassenärztliche Vereinigung. Eine Woche später war immer noch kein Geld da. (eh)

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