Mit einer alten Marktglocke läuten zwei Elfjährige die Ferienspiele ein / Vielseitiges Angebot für Kinder in Rodgau

Zwei Wochen ohne Spielkonsole

Chiara und Philipp eröffneten die Ferienspiele in Weiskirchen mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann. - Foto: Wolf

Weiskirchen - Mit Sonnenschein und Kinderlachen begannen gestern für 99 Teilnehmer zwischen sechs und zwölf Jahren die Ferienspiele der Stadt Rodgau.

Chiara und Philipp, gerade elf Jahre alt geworden, schwangen die alte Glocke und eröffneten die Ferienspiele am Bürgerhaus Weiskirchen.

Auf dem Plan der nächsten beiden Wochen stehen für die Kinder viele Spiele und Ausflüge, unter anderem ins Freibad in Seligenstadt. Ein weiteres Highlight wird der Ausflug in den Freizeitpark Lochmühle darstellen.

Zusätzlich bietet jeder der jungen Betreuer zwei Projekte an. Heute haben die Kinder die Auswahl zwischen Aktivitäten wie Batik, Kochen, Tanzen und natürlich auch Fußball. Thematisch fügen sich die Projekte hauptsächlich an das Motto „Cowboys und Indianer“.

Die meisten Teilnehmer kommen aus Weiskirchen und Hainhausen, einige aber auch aus Dudenhofen und Nieder-Roden. Viele kennen sich schon aus der Schule. Bei einem Vorbereitungstreffen letzten Montag wurden bereits die Gruppen eingeteilt.

Erstmals bieten die Ferienspiele eine Frühbetreuung. Eltern können ihre Kinder bereits um 8 Uhr morgens in die Obhut der Betreuer geben, also eine Stunde früher als bisher.

Können Sechs- bis Zwölfjährige überhaupt noch ohne Playstation und Co. spielen? Peter Konrad, seit 1980 pädagogischer Leiter der Ferienspiele, hat in 33 Jahren schon viele Veränderungen erlebt: „Fußball geht immer, aber bei anderen Spielen müssen sie teilweise angeleitet werden.“ Elektronische Spielkonsolen sind während der Ferienspiele unerwünscht. Die Kinder dürfen aber ein Handy mitnehmen, wenn sie es während der Woche brauchen.

Ein zehnköpfiges Betreuerteam kümmert sich um die Jungen und Mädchen. Die Aufgabe der Teamleitung teilen sich Schulsozialarbeiter Martin Störner und die angehende Erzieherin Nadine Wilz. Die 20-Jährige verbringt einen Teil ihres Sommerurlaubs mit der Leitung der Ferienspiele. Nach den Ferien beginnt sie ihr Anerkennungsjahr in der Kindertagesstätte Turmstraße in Nieder-Roden.

Bei der Auswahl der Betreuer für die Ferienspiele hatte die Stadt diesmal viel Auswahl. „Wir hatten 80 Anmeldungen für 30 Jobs“, sagt Peter Konrad: „Offenbar ist es mit Ferienjobs nicht mehr so einfach.“

In Weiskirchen ist das Betreuerteam laut Konrad ungewöhnlich jung. Es bestehe vor allem aus Oberstufenschülern des 12. und 13. Jahrgangs, weil das Semester noch läuft und somit keine Studenten zur Verfügung stehen. Die Betreuer wurden in Vorbereitungswochenenden und einem Erste-Hilfe-Kurs auf ihre Aufgabe vorbereitet. Bei den Ferienspielen in Jügesheim in zwei Wochen sind dann auch Studenten dabei.

Gestern starteten zudem die Reiterfreizeit in Hainhausen und die Ferienbetreuung der Münchhausenschule. Im Jugendhaus Dudenhofen wird es eine so genannte Kinderwerkstatt geben. Auch Vereine wie die TGS und mehrere Tennisclubs bieten Ferienprogramme an. Dazu kommen noch kirchliche Gruppen wie zum Beispiel die KJG Jügesheim mit ihrem Zeltlager. Diese Konkurrenz senkt die Teilnehmerzahl der Ferienspiele. J fed

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare