Zentral organisiert

Ein Zweier-Team betreut 648 Mitarbeiter in katholischen Kitas

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Patrick Sahm aus Obertshausen und Felicitas Haag aus Offenbach-Bürgel koordinieren 30 katholische Kitas auf einmal. Ohne die Hilfe der Mitarbeiter, Pfarrer und Ehrenamtler wäre das nicht möglich.

In Weiskirchen dreht das Bistum Mainz ein großes Rad. Dort sitzt im Haus St. Peter die regionale Kindergartenzentrale für die Dekanate Rodgau und Seligenstadt.

Rodgau/Seligenstadt – Die Bistumsmitarbeiter Felicitas Haag und Patrick Sahm ziehen an der Schillerstraße 15 die organisatorischen Fäden für 30 Kitas, davon 16 in Rodgau. Die beiden Geschäftsträger der katholischen Kitas sind zusammen für 648 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig.

Seit 2016 wuppen Felicitas Haag und Patrick Sahm diese Mammutaufgabe. Damals erkannte das Bistum, dass sich an der Struktur der Trägerschaft der insgesamt 208 Kitas im Bistum unbedingt etwas ändern müsse. Träger sind die Kirchengemeinden vor Ort. Außer den Kita-Mitarbeiterinnen und den Pfarrern engagieren sich in Kirchenverwaltungsräten unzählige Ehrenamtler. Diese Konstruktion führte dazu, dass Kitaleitungen gezwungen waren, Aufgaben zu übernehmen, die nicht originär zu ihrem Anforderungsprofil gehörten. Um die Ehrenamtler und das Kitapersonal von Verwaltungskram zu entlasten und eine Fokussierung auf pädagogische Ziele zu ermöglichen, wurden für die Dekanate Rodgau und Seligenstadt hauptamtliche Geschäftsträger eingesetzt. Bisher war das ein Pilotprojekt. Seit 1. Januar dieses Jahres ist das Modell aber offiziell installiert.

Die Trägerschaft von Kitas liegt zwar nach wie vor bei den Kirchengemeinden. Felicitas Haag und Patrick Sahm aber steuern zentral Personalwesen, Finanzen, Gebäudemanagement, Elternarbeit, Qualitätsmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Felicitas Haag nennt ein Beispiel: „Früher waren Kitaleitung, Pfarrer und Verwaltungsräte alleine für die Neueinstellungen verantwortlich. Selbstverständlich entscheidet die Kitaleitung auch heute noch dabei mit. Aber sie muss nicht noch zusätzlich die Stellenanzeige aufgeben. Das machen wir.“

Kinder und Eltern der katholischen Kita Sonnenau in Weiskirchen schnippeln Gemüse für eine Gemüsesuppe. Das Archivfoto entstand 2018.

Eine ähnliche Aufgabenteilung gibt es bei der Beauftragung von Handwerkern, Gesprächen mit Eltern, in Vertretungsfragen bei Krankheit und zig anderen Angelegenheiten. „Als in Lämmerspiel Rowdys die Kita nachts geflutet hatten, konnte ich zahlreiche Koordinierungsfragen und Dokumentationspflichten übernehmen. Meine Aufgabe war es etwa, alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen: die Stadt Mühlheim, die Versicherung, die Polizei, den Verwaltungsrat von St. Lucia, das Bischöfliche Ordinariat und das Kreisjugendamt“, nennt die gelernte Bankkauffrau aus Offenbach-Bürgel einen weiteren Fall aus ihrem stressigen Alltag.

Wie sieht die Zukunft aus? „Kitas sind heute nicht mehr der niedliche Kindergarten von früher“, sagen Haag und Sahm. Eine klassische Kita mit 124 Kindern in sechs Gruppen und 34 Mitarbeitern setze Jahr für Jahr etwa 1,5 Millionen Euro um. „Das sind mittelständische Unternehmen.“

Deshalb gibt es im Bistum Bestrebungen zu einer noch stärkeren Bündelung der Kräfte. Es wird daran gedacht, einen Zweckverband Kitas zu gründen, der die Trägerschaft dann vollends und alleine übernimmt. Die Kindergärten blieben freilich auch dann noch ein wesentlicher Teil der Kirchengemeinden.

Quelle: op-online.de

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