Leiter der Claus-von-Stauffenberg-Schule möchte höchstens ein Drittel der Säle damit ausstatten

Zweifel an elektronischen Tafeln

Rodgau - (eh) Die technische Aufrüstung der Schulen geht weiter. Der jüngste „Schrei“ sind weiße Wandtafeln mit elektronischem Innenleben, wie sie jetzt bei der Sanierung die Geschwister-Scholl-Schule bekommt.

Das „Ende der Kreidezeit“ sei angebrochen, jubelte Landrat Peter Walter kürzlich in der Waldschule Obertshausen, die als erste Schule im Kreis Offenbach komplett mit den so genannten Smart boards ausgestattet worden ist. Doch nicht alle Pädagogen teilen diese Begeisterung.

Wenn überhaupt, dann maximal acht Stück.“ Für Dr. Fredi Ruths, den Leiter der Claus-von-Stauffenberg-Schule Dudenhofen, ist die Sache klar. In höchstens einem Drittel der Klassensäle will er die Hightech-Tafeln haben: „Das sind ja alles elektronische Geräte. Wenn die kaputt gehen, müssen wir sie reparieren lassen. Dazu brauchen wir einen höheren Reparatur-Etat. Den haben wir aber nicht.“ Ein weiteres Argument: Die Schule lege Wert auf Vielfalt. Jeder Lehrer solle selbst entscheiden, ob er mit der neuen Technik arbeiten wolle.

Wesentliche Vorzüge der Smartboards vermag der erfahrene Pädagoge nicht zu erkennen. Es mache wenig Sinn, das Bild auf der Tafel elektronisch aufzuzeichnen. Der Tafelanschrieb sei ja nur ein kleiner Bestandteil einer Unterrichtsstunde: „Was nützt es, wenn ich eine mathematische Formel notiere und sie nicht herleite?“ Für Tage, an denen mehrere Schüler fehlten, gebe es bessere Methoden: „Dann lasse ich von der Stunde ein Protokoll schreiben, das vervielfältigt und ausgeteilt wird.“

Der Schulleiter gibt auch zu bedenken, wie schnell sich die Technik weiterentwickelt: „Vor fünf Jahren hat noch keiner an Smartboards gedacht. Und was wird in fünf Jahren modern sein?“ Schon jetzt gehöre ein Teil der Schulausstattung ins Technikmuseum.

Quelle: op-online.de

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