Zwischenstopp mit Annehmlichkeiten

Rastplatz mit 60 Plätzen für Wohnmobile im Industriegebiet

+
Willkommen mit Komfort: An der Einfahrt zum Wohnmobil-Platz gibt es moderne Ver- und Entsorgungseinrichtungen.

Weiskirchen - In Holland und am Rhein wissen es schon viele, in Weiskirchen und der Nachbarschaft spricht es sich erst allmählich herum: Seit rund einem Monat gibt es an der Boschstraße im Industriegebiet in Sichtweite zur Autobahn einen Rastplatz für Wohnmobile. Bis zu 60 Stellplätze bietet Inhaber Helmut Blumenberg an – und die, da ist er sicher, werden spätestens im Sommer auch voll.

„Das Fahrzeug hier abstellen, gut essen gehen oder mit der S-Bahn nach Frankfurt in die Alte Oper fahren – und dann morgen oder übermorgen weiter Richtung Urlaubsziel“. So stellt sich Blumenberg, in der Region als Investor und Projektentwickler wohl bekannt, den typischen Stopp am „Rodgau-Point“ vor. Bevor er zu Jahresbeginn zusammen mit drei Partnern das rund 12.000 Quadratmeter große ehemalige Atlas-Gelände gegenüber seiner Werbefirma Fleurmont erwarb und mit der Herrichtung begann, hat er sich gründlich schlaugemacht. 1,3 Millionen Wohnmobile sind nach seinen Unterlagen aktuell in Europa unterwegs, Tendenz weiter steigend. „Die müssen irgendwo hin“, sagt der Unternehmer, brauchen auf der Ferientour von A nach B geeignete Zwischenstopps. Erst recht, wenn ganze Familien und noch dazu ein Haustier an Bord sind. Oder ein Rentner-Ehepaar, das den Ruhestand genießt und öfters eine Pause einlegen will.

Noch nicht alles auf dem 12.000-Quadratmeter-Areal ist fertig: Trennhecken müssen noch wachsen, einige Gebäude noch errichtet werden.

Bedarf sieht Blumenberg insbesondere an den Hauptreiserouten und gerade dort, wo in den Ballungsräumen auch Kultur- und Freizeitangebote Abwechslung versprechen. Bislang allerdings sei das Rhein-Main-Gebiet ein „toter Punkt“: Seine Anlage sei im Raum Frankfurt/Darmstadt die einzige ihrer Art, der nächste große Reisemobil-Rastplatz an der A 3 Richtung Süden liege bei Wertheim. Die Lage in Weiskirchen sei ideal für alle, die vom Kilometerfressen auf der Autobahn Erholung suchen: 100 Meter Fußweg zur Bushaltestelle an der Liebigstraße, von dort zur S-Bahn und ab in die Main-Metropole. Wenn es wärmer wird, mit dem E-Bike nach Seligenstadt, zum Shoppen in die Rodgauer Stadtteile oder an den Badesee nach Nieder-Roden. Eine Strom-Tankstelle der Rodgauer Stadtwerke soll im Sommer auf dem Gelände zur Verfügung stehen. Mit einem Unternehmen aus dem Taunus, das Elektrofahrräder verleiht, verhandelt Blumenberg zurzeit über eine Weiskircher Filiale.

In die Werbung für den „Point Rodgau“ ist Blumenberg frühzeitig eingestiegen. Die Adresse steht bereits im ADAC-Campingführer für Deutschland und Europa – daher der Informationsvorsprung im reiselustigen Nordwesten. Der Geschäftsmann will Hessen Mobil dazu bewegen, an der A 3 und der B 45 offizielle Hinweisschilder auf seinen Rastplatz zu montieren. Parallel laufen Bauanträge für eine Portal-Waschanlage und eine Freizeit- und Gastronomiehalle inklusive Kinderparadies. Für beides hat der Inhaber auf der Südwestecke seines Areals schon Fläche reserviert.

Durchreisenden und Kultur-Touristen will Blumenberg die Anreise so einfach und den Aufenthalt so bequem wie möglich machen. An der Einfahrt steht bereits ein Container für die Rezeption. Dort soll vom Frühjahr an ein Platzwart residieren, der auch Wünsche erfüllt – etwa nach frischen Frühstücksbrötchen aus einer Weiskircher Bäckerei. Wer ankommt, kann gleich vorne die Chemie-Toilette in einen gespülten Ablauf mit geschlossenem 12.000-Liter-Behälter entsorgen und Frischwasser nachfüllen. An jedem Stellplatz gibt es Strom per Münzeinwurf. Bei der Anmeldung erhalten die Ankömmlinge nach Entrichtung der Standgebühr einen Zugangscode für die beiden Sanitärcontainer mit Toiletten, Duschen und Waschmaschinen.

Caravan Salon: Campingbranche steuert in Zukunft

Um die geschotterte, mit Sickermulden gegen Regengüsse gewappnete Stellfläche sauber zu halten, gibt es einen „Hundegarten“ zum Gassi gehen. Auch auf Notfälle ist Blumberg vorbereitet: Nebenan residiert in einer neuen Halle der Ausrüster Smart Camp und erledigt Fahrzeug-Reparaturen, bei Bedarf auch über Nacht. Um die Ecke liegt eine Autowerkstatt mit Abschleppdienst. Wenn die junge Kirschlorbeerhecke, die das ganze Areal auf einem Wall umgibt, erst einmal eingewachsen ist, soll sie bis zu rund zwei Meter Höhe erreichen. Auf Zäune oder gar Stacheldraht hat Blumberg ganz verzichtet, dafür ist das Gelände videoüberwacht.

Allen Gästen – auch den Einheimischen, die vorbeischauen wollen – soll in der warmen Jahreszeit ein kleiner Biergarten mit Imbiss- und Getränkestand zur Verfügung stehen. Überhaupt sieht Helmut Blumenberg sein Projekt als „öffentliche Anlage“. Dass in frequenzschwachen Zeiten auch Veranstaltungen – etwa Floh- oder Automärkte – stattfinden, kann er sich durchaus vorstellen: „Einfach fragen. Grundsätzlich bin ich offen für alles.“ (zrk)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare