Nur 1,40 Euro Miese pro Karte

Ober-Roden ‐ Das Theaterprogramm der Stadt Rödermark ist nach Ansicht von Dietmar Schrod, dem Spielleiter der Kulturhalle, kein Fass ohne Boden. Laut seinen Berechnungen schießt die Stadt pro Eintrittskarte nur 1,40 Euro zu. Wie kommt er auf diese Summe, welche anderen Berechnungen gibt es? Von Michael Löw

1,40 Euro pro Person - mehr legt die Stadt beim Verkauf von Eintrittskarten für die Kulturhalle nicht drauf. Diese Rechnung machten gestern Gregor Wade, der Leiter des Fachbereichs Kultur, Vereine und Ehrenamt, und Spielleiter Dietmar Schrod auf.

Kämmerer Alexander Sturm hatte Anfang November noch ganz anders gerechnet und den Zuschussbedarf je Eintrittskarte mit 131 Euro beziffert. Sturm hatte den Einnahmen aus dem Kartenverkauf sämtliche Kosten der Halle - zum Beispiel die jährliche Leasingrate von fast 1,1 Millionen Euro oder rund 400 000 Euro fürs Personal - gegenüber gestellt.

131 Euro seien eine Phantasiezahl, konterte Schrod: Die Leasingrate sei ohnehin fällig. Egal, ob die Stadt nun Theater veranstaltet oder nicht. Auch ein Großteil der Personalkosten seien Fixkosten, denn zu 70 Prozent werde die Halle von Vereinen, Schulen und Firmen genutzt.

2010 kassierte das Kulturbüro für 21 Veranstaltungen 161 000 Euro an Eintrittsgeld. Künstlerhonorare und andere Nebenkosten - nicht aber Leasing und Personal - schlugen mit 171 000 Euro zu Buche. Diese 10 000 Euro Defizit teilt Schrod durch 7 200 Karten und kommt auf besagte 1,40 Euro: „Damit stehen wir beispielhaft da!“ Bürgermeister Roland Kern bescheinigte dem Kulturhallenmanagement eine „ganz, ganz tolle Leistung“. Denn der Haushaltsplan 2010 gestehe Wade, Schrod und ihren Kollegen 28 000 Euro Defizit zu.

Quelle: op-online.de

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