24 elektronische Lebensretter / Quartiersgruppe Urberach listet sie auf

Rödermark ist gut mit Defibrillatoren versorgt

Die Quartiersgruppe hat nicht nur Geld für Defibrillatoren gespendet und gesammelt, sondern mit dem Roten Kreuz auch Ausbildungsabende organisiert.
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Die Quartiersgruppe hat nicht nur Geld für Defibrillatoren gespendet und gesammelt, sondern mit dem Roten Kreuz auch Ausbildungsabende organisiert.

120 000 Deutsche sterben jedes Jahr am plötzlichen Herztod. Keine Krankheit fordert mehr Opfer. Zum Vergleich: Auf unseren Straßen kommen im gleichen Zeitraum „nur“ 3 000 Menschen ums Leben. Im Kampf gegen die häufigste Todesursache engagiert sich die Quartiersgruppe Urberach seit Jahren auf mehreren Gebieten. Sie schafft Geld für Defibrillatoren zur Wiederbelebung nach einem Herzstillstand bei und organisiert – unterstützt vom Roten Kreuz – Ausbildungsabende mit dem Hightech-Lebensretter.

Rödermark - Gestern stellte Friedrich Kühne einen Flyer vor, der die Standorte aller Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED, so heißt das Gerät medizinisch korrekt) auflistet. Kühne war überrascht, wie viele das sind: 24, verteilt über fast das ganze Stadtgebiet. Dass so viele in Vereinshäusern oder Unternehmen hängen, ist kein Zufall. Nach den Erfahrungen des Roten Kreuzes werden selten Fremde auf der Straße Opfer einer Herzattacke. Die Wahrscheinlichkeit, einen Verwandten, Arbeitskollegen oder Sportfreund wiederbeleben zu müssen, viel höher.

2018 hatte die Quartiersgruppe die Trommel gerührt, Sponsoren überzeugt, selbst Geld gespendet und dafür gesorgt, dass im Foyer der Sparkassenfiliale in Urberach ein Defibrillator aufgestellt wurde, der rund um die Uhr zugänglich ist. Ein zweites 24-Stunden-Gerät ist in der Sparkasse Ober-Roden stationiert. Laut Initiator Kühne waren die begleitenden Anwendungskurse der Ortsvereine des Deutschen Roten Kreuzes, die bei der Beschaffung der Geräte behilflich waren und die Wartung übernehmen, sofort ausgebucht.

Die erwähnte Aufgeschlossenheit für den Defibrillator spiegelt sich auch in der Kooperationsbereitschaft der Vereine und Unternehmen wider. Wirtschaftsförderer Till Andrießen berichtet von einer großen Bereitschaft der Unternehmen, ihre Geräte im Notfall zur Verfügung zu stellen. Manche Unternehmen hätten sogar ein schlechtes Gewissen gehabt, weil sie noch keinen Defibrillator angeschafft haben.

Jetzt wollen Kühne und Andrießen prüfen, ob sie eine Sammelbestellung organisieren, die den Kauf der rund 1 500 Euro teuren Defibrillatoren billiger macht.  (Michael Löw)

24 Lebensretter hängen in öffentlichen Gebäuden, Vereinshäusern und Firmen. Zwei von ihnen sind in den Automatenräumen der Sparkasse rund um die Uhr zugänglich.

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