72 800 Stunden Ehrenamt belohnt

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35 engagierte Rödermärker nahmen ihre Ehrenamts-Card aus den Händen von Kreisbeigeordneten Carsten Müller und Bürgermeister Roland Kern entgegen. Insgesamt erhielten 56 Bürger ein solches Dankeschön.

Urberach (chz) ‐ Sie ist scheckkartenklein, wird geziert von einem großen „Danke“ in leuchtend weißen Lettern, und anders als Landesehrenbriefe und ähnliche symbolische Auszeichnungen hat sich auch einen wirtschaftlichen Nutzen für ihren Besitzer: die Ehrenamts-Card, mit der der Kreis ehrenamtliches Engagement honoriert.

Musikalisch umrahmt von Julia Ruppert und Laura Fischer, überreichten Bürgermeister Roland Kern und Kreisbeigeordneter Carsten Müller 35 von insgesamt 56 Rödermärker Ehrenamts-Cards an ihre Besitzer. Frisch aus dem Krankenhaus, aber noch im Rollstuhl, nahm auch die Ehrenamtsbeauftragte Elke Heidelbach an dieser kleinen Feier teil, die erstmals rödermarkintern stattfand statt wie bisher im Kreishaus.

Bürgermeister Kern rechnete vor: Voraussetzung sind mindestens fünf Jahre lang minimal fünf Stunden ehrenamtliches Engagement pro Woche - das sind 260 Stunden Minimum im Jahr, in fünf Jahren also 1 300 Stunden, mal 56 Personen sind das 72.800 Stunden - mindestens. Kern geht sogar davon aus, dass gut 100.000 Stunden Dienst für andere geleistet werden. Berechnet mit 20 Euro, wären das zwei Millionen Euro „Honorar“ allein in Rödermark.

Vergünstigungen in Badehaus und Kulturhalle

„Demokratie funktioniert nur so“, sagte Müller und betonte, dass Ehrenamtliche auch in der Politik unentbehrlich sind. Rund ein Drittel aller 340.000 Bewohner des Kreises Offenbach sind ehrenamtlich tätig, weil sie gerne anderen Menschen helfen, weil sie Freude daran haben oder auch wie etwa die Feuerwehren zur Sicherheit ihrer Mitbürger beitragen. Dort hat die Ehrenamtsstruktur besondere Vorteile, ähnlich etwa auch bei der Arbeiterwohlfahrt, die in der Betreuung dementer Menschen tätig ist. Unentbehrlich sind die Ehrenamtlichen auch im Sport, nachdem alle Spitzensportler einmal im Verein mit ehrenamtlichen Jugendtrainern angefangen haben

In Rödermark etwa gibt's mit der Ehrenamts-Card Vergünstigungen in Badehaus und Kulturhalle, bei Theater & Nedelmann, in der Stadtbücherei und in manchen Geschäften: etwa einen Gratis-Kaffee in der Pizzeria „Carovigno“, 25 Prozent mehr Getränk oder Pommes Frites bei Burger King. „Da lohnt es sich doch, weiterzumachen und bis ans Lebensende etwa günstige Hamburger zu bekommen“, scherzte Müller.

Allein aus dem KSV Urberach kamen 19 neue Ehrencards-Inhaber, und es verwunderte, dass einige andere große Vereine ihre besonders engagierten Mitarbeiter nicht angemeldet hatten.

Quelle: op-online.de

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